Albert Scherrenbacher: Ein engagierter Tausendsassa mit dem Schalk im Nacken

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Hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft waren bei der Buchpräsentation von Albert Scherrenbacher (3. v. l., mit seiner Frau Christel) im Straßdorfer „Stadtwirt“ zu Gast.
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Albert Scherrenbacher stellt seine Biografie im „Stadtwirt“ in Straßdorf vor. Das Lebenswerk hält rund 250 Seiten bereit.

Schwäbisch Gmünd-Straßdorf 

Am 7. Juni 1939 kam der kleine Albert in Schwäbisch Gmünd auf die Welt. Seine Eltern, Albert und Josefine Scherrenbacher, hätten damals wahrscheinlich nicht geglaubt, dass ihr Filius einmal Träger des Bundesverdienstkreuzes und Ehrenbürger der Stauferstadt werden würde. Als „Hans Dampf in allen Gassen“ sowie „Tausendsassa“ bezeichneten ihn am Samstag die Grußwortredner. Und die standen Schlange im „Stadtwirt“ in Straßdorf bei der Präsentation seiner Biografie „Ein Mann, der seinesgleichen sucht – Das Lebenswerk von Albert Scherrenbacher“.

Auf rund 250 Seiten mit etwa 500 Ablichtungen, Dokumenten, Fotos und Urkunden lädt der Alt-Stadtrat und Metzgermeister die Leserschaft auf einen historischen Spaziergang ein. Dieser bezieht sich nicht nur allein auf sein Leben, sondern es zeigt sich sogleich, dass seine Biografie mit der Stadt Gmünd eng verwoben ist. So kann folgerichtig festgestellt werden, dass manches Ereignis unmittelbar mit dem Leben und Wirken Scherrenbachers zusammenhängt. Zumal er oft als „Macher“ fungierte. Etwa, wenn es um die AG Fasnet ging, um Prunksitzungen, Städtepartnerschaften oder Leistungsschauen, und, und, und.

Rast- und ruhelos, schien sein Tag mehr als 24 Stunden zu haben. So rechnete etwa Oberbürgermeister Richard Arnold zusammen, dass Albert Scherrenbacher mittlerweile „2000 Lebensjahre als Vereinsmensch“ vorzeigen kann. Er bezeichnete ihn als „Ehrenbürger im besten Sinne.“ Gleich mehrere Botschaften halte diese Biografie bereit. Zum einen, dass man sich anstrengen muss, wenn man etwas erreichen will. Zum anderen aber auch, dass es sich immer lohnt, etwas für die Gemeinschaft zu tun. „Menschen wie dich brauchen wir“, betonte Arnold.

Landrat Dr. Joachim Bläse stellte auf gut Schwäbisch zu Scherrenbacher fest: „I hab‘ brudal viel von dir g'lernt.“ Wofür er sich bedankte. Der Metzgermeister habe ein Lebenscredo: „Ich bring mich ein.“ Und sei so ein Brückenbauer und Vorbild, das stets um Toleranz warb.

„Das ist wahrlich ein großer Tag“, bemerkte Straßdorfs Ortsvorsteher Werner Nußbaum, der mit dem ganzen „Ortschaftsrathausteam“ zur Präsentation gekommen war. Er vertrat angesichts der 58 Kapitel der Biografie die Auffassung: „Du hast die verlorene Zeit der Corona-Pandemie sinnvoll genutzt“.

Ein Wäschekorb voll Leben

Hans-Peter Menrad vom Einhornverlag erinnerte sich an den riesen Wäschekorb, mit dem Scherrenbacher in den Verlagsräumen angekommen war. Voller Fotoalben, Zeitungsausschnitte, Dokumente, aber auch CDs und USB-Sticks. „Und es blieb nicht nur bei dem Wäschekorb“, ergänzte er schmunzelnd. Denn Albert Scherrenbacher war Tage zuvor auf ihn zugekommen mit der Feststellung: „Ich brauch‘ ein Buch.“ Allerdings wollte er keines kaufen, sondern sein eigenes schreiben. Menrad stellte abschließend fest: „Es hat Spaß gemacht, dieses Projekt zu begleiten.“ Wie viel Arbeit es bedeutete, lässt sich vielleicht am Gewicht der Biografie erahnen: 1,7 Kilogramm.

Scherrenbacher selbst, der sich für die Buchpräsentation „Freigang“ aus seinem momentanen Klinikaufenthalt gegönnt hatte, beschrieb sich selbst als „kleiner Schalk, der andere gern verarscht hat“. Kurzum: „Ich war ein Mensch der Fröhlichkeit.“ So war es denn nicht verwunderlich, dass „Achim und Hubbe“ sich um die musikalische Umrahmung der Präsentation kümmerten. Mit schwäbischem Humor. Da wurde aus „Lola“ die „Paula“ und es gab eine schwäbisch-musikalische Hommage an die Heimat bei „Wieder dahoim im Schwobaland.“ Abschließend stellte Scherrenbacher dankbar fest: „Der Lockdown war mein persönliches Glück, denn nur so fand ich die Zeit zum Schreiben.“ Er versprach, sich auch künftig für Schwache einzusetzen.

Die Biografie von Albert Scherrenbacher gibt's für 29,80 Euro beim Einhorverlag.

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