Eine Apotheke als Hochzeitsgeschenk

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50 Jahre verheiratet: Monika und Dr. Werner Biechele.
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An dem Tag vor genau 50 Jahren, als Monika und Dr. Werner Biechele heirateten, kaufte der Bräutigam auch die Johannis-Apotheke.

Schwäbisch Gmünd-Straßdorf

Wo sind die Jahre geblieben“, fragt sich eine strahlende Monika Biechele und denkt an die vergangenen Jahre an der Seite ihres Ehemanns Werner zurück. Monika und Dr. Werner Biechele sind in Schwäbisch Gmünd gut bekannte Gesichter und führten über Jahrzehnte hinweg die Apotheke am Prediger und die Johannis-Apotheke. Ihre gemeinsame Liebe zur Pharmazie brachte das Paar vor über 50 Jahren zusammen.

Monika Biechele, damals noch Stiller, erlebte eine unbeschwerte Kindheit als Arzttochter in ihrer Heimatstadt Augsburg. Dr. Werner Biechele wuchs in Biberach auf, schon als kleiner Junge verbrachte er nahezu alle Ferien in Schwäbisch Gmünd bei seiner Verwandtschaft. Beide studierten nach bestandenem Abitur Pharmazie in Würzburg. Während Werner bereits sein Studium beendet hatte und promovierte, begann für Monika das Studieren, Lernen und Leben in Würzburg. Als Assistent an der Universität war Werner viel im dortigen Labor zu finden,dasselbe Labor, in dem auch Monika während des Studiums anzutreffen war. Der hochgewachsene junge Apotheker gefiel der jungen Studentin, auch Werner fühlte sich zu Monika hingezogen. Gemeinsam besuchte das Paar Unifeste und kulturelle Ereignisse. Am 4. August traten Monika Stiller und Dr. Werner Biechele vor den Standesbeamten; noch am selben Tag machte sich Werner auf den Weg nach Schwäbisch Gmünd, um sich hier mit der damals zum Verkauf stehenden Johannis-Apotheke sein erstes berufliches Standbein zu schaffen. Monika blieb noch einige Zeit in Würzburg um dort ihr Staatsexamen abzulegen. „Beengt aber glücklich“ beschreibt das Paar die erste gemeinsame Wohnung in der Bocksgasse. Die Kinder Nathalie und Claus wurden in Schwäbisch Gmünd geboren. Mit der Gründung der Apotheke am Prediger hatte das Paar ab 1976 eine zweite Anlaufstelle für ihre Kunden. Monika erinnert sichg erne daran zurück, dass Söhnchen Claus für den Kindergarten nochz u klein war und vormittags brav in der Apotheke spielte, bis Mama und Sohn zum Mittag heimgingen. „So lang die Kinder klein waren habe ich nur vormittags gearbeitet“ erzählt sie.

Die Räumlichkeiten der Johannis-Apotheke, einem Gebäude aus dem Jahr 1873 wurden zu eng, die Apotheke siedelte auf dem Gmünder Marktplatz um. Auch die Wohnung in der Bocksgasse wurde aufgegeben, ein Umzug in den Zeppelinweg stand an. Die Wohnlage dort war schön, aber der Aufstieg mit 40 Treppenstufen bis zum Haus waren sehr beschwerlich. „Kinderwagen, Getränkekisten“ alles habe man von Hand hochtragen müssen, erinnert sich Monika Biechele.

„König Zufall“

Durch viele Spaziergänge, „am liebsten durch Straßdorf“, kam der Wunsch nach einer Wohnung in diesem Stadtteil auf. Und wieder war es „König Zufall“ der den Biecheles einen Bauplatz in Straßdorf sicherte „früher wurden hier nur Bauplätze an Einheimische verkauft“ lacht Monika, der Bauplatz der Biecheles war ein Privatverkauf. Die Kinder wurden größer, beide stiegen in die elterlichen Fußstapfen und studierten Pharmazie. Wieder spielte der Zufall eine Rolle, als Tochter Nathalie das Haus in der Hornigstraße, direkt gegenüber dem elterlichen Anwesen erwerben konnte, in dem Monika und Werner Biechele nach einem „Haustausch“ jetzt wohnen.

Vor 15 Jahren zogen sich Biecheles aus dem Berufsleben zurück und übergaben ihre Apotheken an ihre Kinder Nathalie und Claus, sind aber gerne bereit, in den Betrieben auszuhelfen, wenn Not am Mann oder der Frau ist. „Man muss jeden Tag dankbar sein und immer nur das Positive im Blick behalten“, meint Monika über die vergangenen Jahre.

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