Internationaler Preis für „Weitblick“

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„Weitblick“ an den „Wegen“ zur Kunst in Straßdorf
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Die Skulptur von Andreas Futter an den „Wegen zur Kunst“ in Straßdorf ist mit dem „Palm Award“ ausgezeichnet worden. Es ist ein Werk mit vielen Botschaften.

Schwäbisch Gmünd-Straßdorf

Warum hat das Räder, warum ist der so weit oben und warum dreht er der Stadt den Rücken zu? Die Skulptur „Weitblick“ des in Reitprechts arbeitenden Künstlers Andreas Futter sorgt für Gesprächsstoff bei Spaziergängern, die das Kunstwerk an den „Wegen zur Kunst“ in Straßdorf entdecken. So manche Ironie verbirgt Andreas Futter in diesem Werk. Jetzt erhielt er dafür den „Palm Award International“, ein Online-Wettbewerb mit hochkarätiger Jury-Besetzung.

Der   Kunstpreis wird  seit 2002 an herausragende Künstler der Medien Malerei, Grafik, Digitale Kunst, Fotografie, Installationskunst und Skulptur vergeben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus der ganzen Welt.  Drei Skulpturen hat Andreas Futter der Jury vorgeschlagen, neben dem „Weitblick“ auch den „Säulenspringer“ und das 2009 auf dem Kreisverkehr in Heubach installierte Werk „Zuversicht“.

Seit 2020 steht der „Weitblick“ als zwölftes Kunstwerk an den Wegen nördlich Straßdorfs. Der Künstler schätzt die Auszeichnung, auch weil er von vielen positiven Reaktionen vor Ort weiß. Kunstinteressierte, nicht nur aus der Region, seien inzwischen auf den „Wegen zur Kunst“ unterwegs. 

 Der Förderverein Straßdorf hat diesem Werk entgegengefiebert, er beschenkte sich damit selbst zum Jubiläum 750 Jahre Straßdorf. Hinter dem 3,20 Meter hohen „Weitblick“  stecken formale Reize und Ironie. „Die hat oft Platz in meinen Werken“, sagte der Künstler vor der Präsentation 2020. So werden Kunstfreunde zunächst mit teleskopartigen Beinen eines Pferdes konfrontiert. Weit oben sitzt der König, blickt in die Landschaft. Abgehoben ist er, auf hohem Ross und mit geringem Bodenkontakt. In der Entstehungsphase beschäftigte sich der Künstler mit Reiterstandbildern der Geschichte. Die Bedeutung dieser Herrscher hoch oben auf dem Pferd relativiert Andreas Futter: „Schließlich sind wir alle wichtig und jeder trägt eine imaginäre Krone auf dem Kopf.“ Dabei zielt er darauf ab, dass  „wir nicht immer auf andere zeigen, sondern erst einmal bei uns selbst anfangen“.

 Angefangen hat Andreas Futter mit einem 38 Zentimeter hohen Modell und vielen Überlegungen. Auch bei der Modellierung des Gesichts. Er empfiehlt, es „von beiden Seiten zu betrachten, weil sich der Gesichtsausdruck der Figur je nach Standpunkt verändert“. Auch die Räder, auf denen das Kunstwerk steht, verbergen eine Botschaft. „Ist es möglich, sich an einen entfernten Ort zu begeben, ohne sich dabei von der Stelle zur rühren“, fragt er sich und sieht die Chance, „durch unser Denken und unsere Fantasie, solche Reisen im Kopf zu unternehmen“. Andreas Futter verpackt Lebensweisheiten, die auch die Wettbewerbsjury beeindruckt haben.

Die „Wege zur Kunst“ starteten 2002 mit drei Kunstwerken. Der Förderverein Straßdorf konnte im Lauf der Jahre insgesamt zwölf Skulpturen erwerben.

"Ironie hat oft Platz in meinen Werken.“

Andreas Futter,, Künstler

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