Küche und Klänge machen ihn bekannt

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Lothar Kaißer
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Lothar Kaißer ist 70 Jahre alt. Jahrzehnte kocht er in der „Krone“ Straßdorf und musiziert mit den „Swany Feet Warmers“. Heute immer noch am Ball.

Schwäbisch Gmünd-Straßdorf

Viele kennen ihn, weil sie zu den langjährigen Gästen der „Krone“ in Straßdorf zählen. Viele kennen ihn  wegen seiner musikalischen Talente, unter anderem bei den legendären „Swany Feet Warmers“. An diesem Dienstag feiert Lothar Kaißer seinen 70. Geburtstag.

Er ist nicht nur echter Straßdorfer, sondern auch echtes „Krone“-Kind: in diesem Haus wurde er am 1. März 1952 geboren, als drittes von vier Kindern. Durch alle Lebensjahre begleitet ihn die „Krone“, die der Großvater 1919 gekauft hat.

In der Schule träumt Lothar Kaißer noch von unterschiedlichen Berufszielen. Kaufmann hätte er sich vorstellen können, gerne auch Architekt. Die Realität sieht anders aus. Der Vater stirbt früh, die Kinder werden im Gasthaus gebraucht. Metzger oder Koch, das durfte er sich auswählen. „Dann habe ich mich für das kleinere Übel entschieden“, sagt er heute. Später empfindet er den Beruf nie als übel, wird Koch mit Leib und Seele, hat in seinen Geschwistern im Service des Gasthauses eifrige Mitstreiterinnen und im Schwager einen angenehmen Küchenpartner.

Nicht immer steht die „Krone“ im Mittelpunkt. Er muss zur Bundeswehr, übt seinen Beruf im Offizierskasino in Dornstadt aus, zuvor absolviert er seine Lehre im Bundesbahnhotel in Ulm und ist erst einmal begeistert „von der großen Stadt“, die ihm viel mehr bietet als er es von Straßdorf kennt. „Eine Stadt mit richtig viel Leben, sogar mit Demos gegen Vietnam“ begegnet ihm damals.  Dann aber ist er zuhause gefordert. Die damals junge Generation übernimmt die „Krone“ und „ab jetzt waren wir Unternehmer“. Erst einmal mit Schulden für den Umbau des Gasthauses, das auch zum Hotel wird.  Die Zeit der kleinen Dorfwirtschaft ist 1972 vorbei.

Drei Jahre später heiratet Lothar Kaißer seine Frau Gudrun Kaißer und legt sich über Jahrzehnte richtig ins Zeug. „Oft mit Verzicht auf Freizeit und Familie“, sagt er im Rückblick. Und wenn er sich mal zurückziehen kann, greift er gerne zum Instrument. „Ich durfte Klavier lernen und das war eine gute Idee, „weil die Töne ganz einfach vor einem liegen“.

Musik und Spenden

Die Zeit der Schülerbands ist vorbei, Lothar Kaißer spielt in unterschiedlichen Formationen, die längste Zeit aber bei den „Swany Feet Warmers“, die bei Glonings im Schwanen zuhause waren. Mehr als 40 Jahre ist er dabei. „Und wenn es mal Einnahmen gab, wurden die immer gespendet“, sagt er.

Im Lauf der Jahre kommen so 250 000 Mark zusammen. Lothar Kaißer kocht auch mal auswärts, wenn es Menschen hilft. Etwa im Franziskaner als Benefiz-Veranstaltungsreihe für St. Elisabeth. Unter anderem dafür erhält er später den LEA-Mittelstandspreis für soziales Engagement. Immer wieder ist auch die „Krone“ Auftrittsort. Bei den legendären Rosenmontagsbällen ist er begeisterter Musiker, manchmal umgeben von so mancher Gmünder Prominenz, die sich gesanglich einbringt.

Lothar Kaißer ist mit der „Krone“ verwurzelt, dennoch lässt er 2018 die junge Generation ans Ruder. „Natürlich bin ich zur Stelle, wenn ich gebraucht werde“, sagt er und das ist nicht nur in der Gans-Saison nötig. Wenn jemand ausfällt, ist seine Hilfe mal im Hotel gefragt, mal im Service. Und immer wieder musikalisch: Mit Swing und Dixie will er auch diesen Sommer die Gäste unterhalten, wenn‘s geht am 1. August im „Krone“-Garten. Bis dahin gönnt sich der jung gebliebene Jubilar auch andere Unternehmungen. Skifahren, Laufen und Radfahren zählen dazu. Und der Griff in die Klaviertasten zuhause.

"Natürlich bin ich zur Stelle, wenn ich gebraucht werde.“

Lothar Kaißer

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