Werke eines verkannten Gmünder Künstlers

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Charlotte Hägele (l.) und Andrea Demsic haben einige der Zeichnungen, Aquarelle und Bilder von Hans Mangold in der DRK-Begegnungsstätte in Straßdorf bereits aufgehängt.
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In der DRK-Begegnungsstätte in Straßdorf sind ab sofort einige Zeichnungen, Aquarelle und Bilder von Hans Mangold zu sehen. Zu Lebzeiten ahnte selbst dessen eigene Familie nichts von seinem Talent.

Schwäbisch Gmünd-Straßdorf. In der DRK-Begegnungsstätte sollen Straßdorfer Künstler einen Ausstellungsort finden, das hat Quartiersmanagerin Andrea Demsic initiiert. Die erste erfolgreiche Ausstellung wurde bereits abgebaut. Nun folgt als zweite „Revival – Wiederentdeckung“ Zeichnungen, Aquarelle und Bilder in vielerlei Formaten mit Landschaftsszenen in und um Straßdorf, den Kaiserbergen, Vogel- und Blumenmotiven sowie Urlausbseindrücken von Hans Mangold.

Die zahlreichen kunstvoll gearbeiteten Zunftzeichen am Maibaum der Straßdorfer Feuerwehr, der in diesem Jahr im Wettbewerb wieder den ersten Preis errang, stammen aus Mangolds Hand. Er lebte 47 Jahre lang bis 2002 mit seiner Familie in Straßdorf im früheren Stuifenweg, heute Marienstraße, neben St. Cyriakus. Als Zeichner war er in der Gmünder Silberwarenfabrik Gebrüder Deyhle beschäftigt. „Aber auch in seiner Freizeit waren Zeichnen und Malen seine Leidenschaft“, erklärt Nachfahrin Charlotte Hägele.

Hans Mangold war ein Künstler, von dem selbst seine Verwandten nicht wussten, wie viele Zeichnungen und Bilder er geschaffen hatte und hütete. Es gab zu dem einen runden Geburtstag oder zur Hochzeit ein handgemachtes Werk, doch die Familie ahnte nichts von seinem Talent. „Niemand hat ihn als Künstler gewürdigt“, sagt Charlotte Hägele. Auch einige Gmünder Häuserfassaden zeigen Kunst mit seiner Handschrift. Was Hägele jedoch in Mangolds ausgeräumten Haus im Dachgeschoss in einem Winkel entdeckte, ist sehr viel mehr: Hunderte gemalte, gerahmte Bilder, dazu unzählige Zeichnungen und Postkarten.

Ein begabter Künstler

„Ich brachte es nicht übers Herz, das zu entsorgen!“, gesteht Charlotte Hägele, deren Ehemann ein Neffe des Malers ist. Gemeinsam mit Wolfgang Hämmerle vom Förderverein Straßdorf und Quartiersmanagerin Andrea Demsic wurde eine Ausstellung für die DRK-Begegnungsstätte in der Einhornstraße konzipiert.
„Orte und Landschaften inspirierten Hans Mangold, besonders die drei Kaiserberge, die Reiterles Kapelle, der Rechberg mit der Marienkirche und die Burgruine,“ erläutert Charlotte Hägele den Nachlass. Aber auch Landschaftseindrücke aus dem Urlaub im Allgäu und in Österreich, Blumen und Vögel wurden von Hans Mangold in akribisch feiner Federführung, als Aquarell oder in Öl festgehalten.

Hans Mangold war ein begabter Künstler, der mit scharfem Auge die Schönheit des Augenblicks oder eines Motivs kunstvoll festhalten konnte. Wie der Spaziergang in die Vergangenheit von Straßdorf bis ins 21. Jahrhundert, oder die Veränderungen an der Reiterles Kapelle in einer Serie, das Gmünder Geigerle mitten im Grünen, die Gmünder Türme. Wunderschöne Vogel- und Blumenzeichnungen, mit so feinen Details, dass sie in ein Lehrbuch passen könnten, dabei aber auch die Schönheit des Augenblicks eingefangen haben. All das ist in der DRK-Begegnungsstätte in der Einhornstraße in Straßdorf zu sehen – auf einem Rundgang durch die Flure bis zum Saal.

Von wann bis wann die Ausstellung geöffnet ist

Die Ausstellung „Revival – Wiederentdeckung“ in der DRK-Begegnungsstätte in der Einhornstraße in Straßdorf kann ab Mittwoch, 22. Juni, und bis einschließlich Sonntag, 11. September, an jedem Tag von 8 bis 20 Uhr besucht werden. Am Sonntag, 17. Juli, gibt es zudem eine Midissage mit Verkauf.
Weitere Informationen gibt es bei der Quartiersmanagerin Andrea Demsic, Telefon (07171) 798665-70, E-Mail: Andrea.Demsic@drk-gd.de.

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