Taufe mit Abkühlung im Fluss

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Die Flusstaufe bei Waldhausen könnte zur Tradition werden. Jeder Täufling erhielt ein kleines weißes Handtuch mit der Stickerei "Ich bin am Remsmittelpunkt getauft".

Sechs Kinder wurden am Samstag am Remsmittelpunkt in Lorch-Waldhausen bei schönstem Wetter getauft.

Lorch-Waldhausen

Aufmerksam schaut Nelia zu Ulrike Golder. Die Pfarrerin bückt sich, schöpft Wasser aus dem Fluss und tröpfelt es dem Mädchen über die Stirn. Dreimal lässt Nelia das gerne über sich geschehen, dann ist das Mädchen getauft. Ihre Eltern lächeln glücklich. Und ihre Patentante, die Nelia auf dem Arm hält, bückt sich, damit die Kleine mit den Füßen im flachen Wasser planschen kann.

Nelia, Luca, Karla, Niklas, Thea und Miron werden sich später nicht mehr erinnern, ihre Familien aber umso mehr: Am Samstag feierten sie am Remsmittelpunkt in Waldhausen Taufe, und zwar ganz besonders. Gemeinsam mit den Pfarrerinnen und Pfarrern aus Lorch und Weitmars, Waldhausen, Lindach-Mutlangen und Großdeinbach standen sie im Fluss, während ihre Kinder mit Remswasser getauft wurden. "Eine Taufe an der freien Luft, das ist genau richtig für uns", sagte Nelias Mutter Tamara. Ihr Mann Heiko nickte und fand: "Das ist so unkompliziert und frei, genauso sind wir auch." Da wurde die Hosen einfach hochgekrempelt, um in die Rems zu steigen.

Lucas Eltern hatten gleich an Kleid und kurze Hose gedacht. "Wunderschön" sei die Taufe gewesen, so hätten sie es sich vorgestellt. "Und dann spielt das Wetter auch noch so mit!" Heißer Sonnenschein ließ die Anwesenden schwitzen, die auf den Stufen am Ufer Platz genommen hatten. Bis zu 100 Menschen dürfen wegen der Corona-Bestimmungen aktuell an Gottesdiensten teilnehmen.

Deswegen setzten Ulrike Golder, Christof Messerschmidt, Susanne Holzwarth-Raithelhuber und Jochen Leitner zwei Termine an. Um halb elf startete man mit den drei Täuflingen aus Lorch und Lindach-Mutlangen. Musik gab es vom Posaunenchor Waldhausen, der sich auf der anderen Remsseite in kleiner Besetzung positioniert hatte.

Pfarrer Messerschmidt betonte, dass Jesus die Kinder liebe. "Lasset die Kinder zu mir kommen", zitierte er die bekannte Bibelstelle. Susanne Holzwarth-Raithelhuber erzählte die Geschichte eines äthiopischen Pilgers, der von einem Gottesgesandten erleuchtet und getauft worden sei. "Möge Gott euch immer jemanden schicken, wenn ihr jemanden braucht", wünschte sie Luca, Klara und Niklas. Anschließend wateten die drei Familien zur Taufe in den Fluss.

Das können wir absolut weiterempfehlen.

Niklas Eltern aus Lindach-Mutlangen

"Eine tolle Abkühlung", sagte Klaras Mutter Steffi hinterher. Im Vergleich zu den "normalen" Taufen ihrer beiden älteren Kinder habe sie die Flusstaufe als etwas ganz Besonderes empfunden. Und auch die Eltern von Niklas waren sichtlich glücklich. "Das können wir absolut weiterempfehlen", sagte das Paar aus der Gemeinde Lindach-Mutlangen. "Und dass immer noch Corona herrscht, haben wir gar nicht gemerkt", betonen sie.

Anderen hätten die Einschränkungen mehr ausgemacht. Mehrere Familien haben ihre Teilnahme in diesem Jahr abgesagt, erzählt Pfarrerin Golder. "Sie wollen aber beim nächsten Tauffest am Fluss dabei sein." Das wäre dann die dritte Ausgabe der Flusstaufe. Golder könne sich gut vorstellen, das Ereignis zur Tradition werden zu lassen. "Immerhin haben wir schon mal 30 Handtücher bestellt", sagte sie lachend. Jeder Täufling erhielt ein kleines weißes Handtuch mit der Stickerei "Ich bin am Remsmittelpunkt getauft".

Ulrike Golder beging zusammen mit Jochen Leitner den Gottesdienst um halb zwölf. Den Familien sagte sie, dass Jesus wisse, Kinder würden verstehen, was Anderen verborgen bliebe. Pfarrer Leitner spann seine Ansprache um die Bedeutung der Namensgebung und -bedeutung. Danach wussten alle, dass mit Thea, Nelia und Miron ein "Gottesgeschenk", eine "Leuchtende" und ein Junge, "reich an Frieden", in den Fluss getragen wurden.

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