TSB Gmünd: Andere Rechnungen beglichen

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TSB Gmünd Laichle
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Kemmer: Keine öffentliche Stellungnahme zu Zahlung. Vorsitzende Richterin will Gutachten einholen.

Schwäbisch Gmünd. „Ich äußere mich dazu in der Öffentlichkeit nicht.“ So reagiert Christian Kemmer, Vorstandsmitglied beim TSB Schwäbisch Gmünd, auf die Zivilverhandlung der Gmünder Rechtsanwaltskanzlei Jursch/Deininger gegen seinen Verein. In dieser Verhandlung vor der 3. Zivilkammer des Landgerichts Ellwangen geht es um Rechnungstellungen in Zusammenhang mit dem Verkauf des Vereinsgeländes an der Buchstraße und dem geplanten Bau des Sportvereinszentrums im Laichle. Werner Deininger hatte den Verein auf Honorarzahlungen verklagt für Leistungen, die er als für Verträge zuständiger Jurist für den TSB erbracht habe. Die Tätigkeit sei sehr umfangreich gewesen, „tausende Stunden“ habe er dafür aufgewendet, sagte Deininger in der öffentlichen Sitzung des Gerichts. In diesem Zusammenhang sagte er außerdem, dass für diese Projekte auch zwei TSB-Mitglieder Rechnungen eingereicht hätten: unter anderem habe eine Rechnung von Christian Kemmer über 110 000 Euro vorgelegen und sei beglichen worden. Kemmer sagte auf Nachfrage der Gmünder Tagespost, diese Rechnung „hat mit dem Fall nichts zu tun“. Sie sei auch im Verein bekannt gewesen und überprüft worden.

„Gar nicht möglich“

Nicht oder zumindest nicht vollständig bezahlt wurden offenbar nur zwei Honorarforderungen: die des Rechtsanwalts Werner Deininger und die des Architekten Christof Preiß. Der damalige Vorsitzende Peter Jursch sagte vor Gericht: „Ohne Deininger und Preiß wäre das Ganze gar nicht möglich gewesen.“ Andererseits ist Jursch im Hauptberuf auch Rechtsanwalt und Deiningers Kanzleipartner - was wiederum der Rechtsvertreter des Vereins, Thorsten Zebisch, als fragwürdige Verquickung sieht. Beide Seiten warfen sich in der Verhandlung sogar strafrechtliche Verfehlungen vor und die Vorsitzende Richterin Dr. Julia-Anabel Belitz appellierte an beide Seiten, diese Vorwürfe zu unterlassen. Sie fragte Peter Jursch, ob er seinem Partner die Auftragsvollmachten in Sachen TSB in der Kanzlei gegeben habe. Auf der anderen Seite hielt sie auch fest, dass der Verein Jurschs Vollmacht als Vorsitzender nicht eingeschränkt habe. Belitz kündigte an, ein Gutachten über die Höhe der von Deininger in Rechnung gestellten Honorare einzuholen. 

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