Geistlicher Impuls

Über den Eigennutz hinaus

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In Bedrängnis weitherzig – natürlich ist das nicht. Unser Gefühl ist in Notfällen engherzig. Hände suchen krampfhaft nach Sicherheit. Und aus dem Bauch heraus geht der Befehl an den Kopf:

In Bedrängnis weitherzig – natürlich ist das nicht. Unser Gefühl ist in Notfällen engherzig. Hände suchen krampfhaft nach Sicherheit. Und aus dem Bauch heraus geht der Befehl an den Kopf: Denk egoistisch! Sorge vor allem für dich selbst! – menschlich aber schon. Denn bei uns Menschen hat sich eine Großhirnrinde ausgebildet. Mit ihr unterscheiden wir uns von Tieren, nur mit ihr. So mischt sich in unsere Gefühlswelt eine Vernunft ein. Gerade in Bedrängnis redet die Vernunft den Gefühlen gut zu: Keine Panik! Rettung gelingt nur rational! Im Gewissen liegt Weisheit. Und mit Verstand finden sich hilfreiche Auswege: Großmut und Weitsicht. – "weitherzig bleiben", so ermuntert und ermahnt das Hirn sein Herz. Gefühle sollen offen bleiben für Ursachen und Wirkungen. Weitherzig werden Zusammenhänge wahrgenommen, über Eigensinn und Eigennutz hinaus. Und es wird das Gespür nicht verdrängt für Zusammengehörigkeit, auch mit Unbequemen und Unbekannten. Bedrängnis drückt auf das Gemüt. Zusammenhalt jedoch stärkt, richtet auf, wirkt erleichternd und befreiend. So brauchen Gefühle die Vernunft zur menschlichen Größe. Pfarrer i.R. Dr. Friedrich Wallbrecht

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