Im Blick 

Über Egoismus. Oder: Jenseits der Kiwis

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Michael Länge
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Erkenntnisse aus dem Ukraine-Krieg.

Der Krieg in der Ukraine schafft einen anderen, einen veränderten Blick auf die vergangenen Jahrzehnte. Wir erkennen klar wie nie zuvor: Wir haben uns in eine Energieabhängigkeit manövriert. Und wir haben unsere Verteidigungsfähigkeit geschwächt. Dafür haben wir uns in eine Wohlfühlgesellschaft verwandelt. Immer mehr Menschen wollen weniger arbeiten, wollen die Vier-Tage-Woche. Work-Life-Balance ist das Schlagwort der Zeit. Dabei ist allein schon der Begriff absurd. Denn er schließt „Arbeit“ als Teil des „Lebens“ aus. In unserer sich zunehmend säkularisierenden Gesellschaft wird inzwischen Gott durch das Ego ersetzt. Sichtbar auch in Schwäbisch Gmünd. Im „Nicht-vor-meiner-Haustür-Zeitgeist“. Alle wollen Gasthäuser, Bäckereien oder Seniorenheime. Aber nicht vor ihrer Haustür.

Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold fordert seit Jahren ein Pflichtjahr für junge Menschen nach der Schule oder der Ausbildung. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dies vor wenigen Wochen angesprochen. Schade, dass sein Ansinnen wieder so schnell in der Versenkung verschwunden ist. Denn ein solches Pflichtjahr bewirkt, dass junge Menschen etwas für die Allgemeinheit tun. Fürs Ganze. Junge Menschen erfahren so das Gefühl der Zufriedenheit, das sich durch Engagement für die Gemeinschaft einstellt. Statt, wie so viele derzeit, nach der Schule oder der Ausbildung in Australien Kiwis zu pflücken.

Fazit: Wir brauchen wieder mehr Gemeinschaft. Und weniger Egoismus. Nur so lösen wir die großen Probleme unserer Zeit. Sie sind anderer Meinung? Diskutieren Sie mit mir! Gerne in der Zeitung: m.laenge@sdz-medien.de Michael Länge

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