Verein „Seehaus“ berät in schwierigen Lebenslagen

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Sie vertreten den Verein Seehaus in der Opfer- und Traumaberatungsstelle: Susanne Zuchanke (l.) und Elvira Pfleiderer.

Neue Opfer- und Traumaberatungsstelle im Kornhaus. Querverbindungen zur Stiftung Hoffnungsträger.

Schwäbisch Gmünd. Der Verein „Seehaus“ ist jetzt mit einer Opfer- und Traumaberatungsstelle in Schwäbisch Gmünd vertreten. Die in Leonberg ansässige Organisation ist vor allem im Bereich der Jugendhilfe, Kriminalprävention und Opferhilfe tätig, Opfer- und Traumaberatungsstellen gibt es an sieben weiteren Standorten im Großraum Stuttgart. Schwäbisch Gmünd ist für den Verein seit längerem Wunsch-Standort, wie Pressesprecher Axel Jeroma sagt. „Wir möchten nach Möglichkeit in vielen Landkreisen vertreten sein.“

Beratungen kostenlos

Die neue Beratungsstelle in Schwäbisch Gmünd hat sich im Kornhaus niedergelassen. „Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Familien, die Opfer einer Straftat geworden sind oder eine traumatische Erfahrung gemacht haben“, sagt Pressesprecher Axel Jeroma. Es ist sowohl für Betroffene als auch deren Angehörige gedacht und die Beratungen sind kostenfrei. Bei Bedarf wird ein Übersetzer hinzugezogen. Unterstützt wird die Opfer- und Traumaberatung von Seehaus e. V. durch die Aktion Mensch, mehreren Landkreisen und Spenden. Mit der Stadt Schwäbisch Gmünd und Oberbürgermeister Richard Arnold habe es „gute Gespräche“ gegeben, so der Pressesprecher.

Vor Ort kümmern sich Susanne Zuchanke und Elvira Pfleiderer um die Anliegen der Ratsuchenden. Susanne Zuchanke ist zertifizierte Coach mit der Weiterbildung „Traumapädagogik“ und kennt die Bedürfnisse von Menschen in Umbruchsituationen und bei Grenzerfahrungen. Während ihrer früheren Tätigkeit im Krankenhaus begegnete sie Menschen in Notsituationen und war für sie wichtige Ansprechpartnerin. Bei einem vierjährigen Auslandsaufenthalt in Asien sammelte sie interkulturelle Praxis, die ihr bei ihrer Beraterrolle zugutekommt. „Die Beratungsstelle soll ein Ort sein, an dem Menschen, die Leid und Erschütterung erfahren haben, neue Perspektiven für ihr Leben entdecken.“ Sie freue sich, die Betroffenen auch in Kooperation mit anderen Institutionen in Schwäbisch Gmünd in diesem schwierigen Lebensabschnitt zu begleiten, so Susanne Zuchanke.

Elvira Pfleiderer leitet den Bereich Opfer- und Traumaberatung von Seehaus e. V.

Prominenz im Hintergrund

In dieser Arbeit und davor in mehr als 20 Jahren in einem Hospiz hat sie viele Menschen in Grenzerfahrungen begleitet und Trauernde nach traumatischen Verlusten auf ihrem Weg unterstützt, schwere Erlebnisse zu verarbeiten. Sie ist unter anderem Traumapädagogin und Trauerbegleiterin. „Unser Anliegen ist es, dass Betroffene und Angehörige, die unter den Folgen einer Straftat oder eines Traumas leiden, wieder zu einem normalen Leben finden.“ Man helfe den Ratsuchenden dabei, ihre Stärken und Ressourcen neu zu entdecken, damit sie sich wieder als selbstwirksam und handlungsfähig erleben.“

Dem Kuratorium und Beraterkreis von Seehaus e. V gehören unter anderem der frühere Justizminister Dr. Ulrich Goll und Weihbischof Thomas Maria Renz an. Geschäftsführender Vorstand ist Tobias Merckle, der auch Vorsitzender der Hoffnungsträger-Stiftung ist. Sie hat in Schwäbisch Gmünd die Hoffnungshäuser im Taubental auf dem ehemaligen Areal von Sankt Bernhard gebaut. Beide Organisationen sind in Leonberg zuhause, sind aber „eigenständig und mit unterschiedlichen Zielen unterwegs“ so Axel Jeroma vom Verein Seehof. Kuno Staudenmaier

Die Opfer- und Traumaberatungsstelle in Schwäbisch Gmünd ist erreichbar unter 0174/3001798 oder per E-Mail an szuchanke@seehaus-ev.de oder epfleiderer@seehaus-ev.de. Ein speziell ausgearbeitetes Hygienekonzept macht persönliche Begegnungen in der Beratungsstelle möglich. Darüber hinaus gibt es ein Online- und Telefonberatungsangebot und Beratungsspaziergänge im Freien.

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