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Versöhnlicher Aspekt

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Anke Schwörer-Haag über Care-Pakete im Europa des 21. Jahrhunderts

Ziemlich genau 75 Jahre ist es her, dass die ersten Care-Pakete die Menschen im Nachkriegswinter mit dem Allernotwendigsten versorgten. Dosenfleisch enthielten sie damals unter anderem - und Kaugummi. Denn amerikanische Privatleute und Hilfsorganisationen, allen voran die Kirchen, waren die Organisatoren der überlebenswichtigen Aktion. Zum Glück sind zumindest in Europa die Zeiten vorbei, in denen die Menschen Unterstützung dieser Art nötig hatten.

Care-Pakete 2021 haben hierzulande ganz anderen Inhalt. Zumindest jenes, das pünktlich zu diesem Montag im Briefkasten gelandet ist: zwei dicke Umschläge mit nagelneuen FFP2-Masken, "zehn weiße für die Mama und zehn schwarze für den Papa. Oder umgekehrt," hat der Filius dazu geschrieben. Und dass er aus dem fortschrittlichen Berlin Entwicklungshilfe für die schwäbische Provinz leisten will. Und natürlich dafür sorgen, dass die Eltern endlich einsehen, dass sie zur Risikogruppe gehören und aufpassen. Bei aller Unannehmlichkeit, die die Masken ihren Trägern bereiten, doch irgendwie ein versöhnlicher, netter Aspekt.

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