Viele Punkte fürs Stauferklinikum

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Die (Ober-)Bürgermeister von Gmünd und Mutlangen sind sich einig: Das Stauferklinikum ist unverzichtbar. Foto: Tom
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Die Rathauschefs von Gmünd und Mutlangen halten Grundsatzentscheidungen im Juli für nicht möglich. Positionierung am 29. Juni.

Schwäbisch Gmünd/Mutlangen

Mutlangen steht besser da als Aalen, läuft super, das darf man nicht kaputtmachen. So reagiert Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold auf die erste öffentliche Diskussion über die Neustrukturierung der Ostalb-Kliniken, die im Aalener Gemeinderat gelaufen ist. Dort hatte Oberbürgermeister Frederick Brütting ausgeführt, dass Aalen der ideale Standort für ein Klinikum sei.

Was sie über die Klinik-Debatte denken, das wollen die Gemeinderäte von Gmünd und Mutlangen in einer gemeinsamen Sitzung am 29. Juni darlegen. Dabei, so Mutlangens Bürgermeisterin Stephanie Eßwein, sollen die die anderen Gemeinden des Gmünder Raums einbezogen werden. Und Arnold möchte bis dahin auch die Meinung vieler Bürger erfahren und einbringen, etwa der Senioren oder der Jugend. Er ist überzeugt: „Gmünd steht zu seinem Stauferklinikum“; setzt jedoch hinzu, dass man auch die Versorgung der Region im Blick haben müsse. Die Darstellung dieser Gesamtmeinung des Gmünder Raums komme am 29. Juni noch rechtzeitig. Denn ebenso wie seine Mutlanger Kollegin hält er es für ausgeschlossen, dass im Juli schon Grundsatzbeschlüsse zur Klinik-Struktur gefasst werden. Dafür fehlten noch viel zu viele Fakten.

Übersprungen

Zahlreiche Fakten dagegen sprächen fürs Stauferklinikum. Der Gmünder Raum sei im Ostalbkreis das am dichtesten besiedelte Gebiet, insgesamt gebe es im Westen und Osten des Kreisgebiets etwa gleichviele Einwohner. Und wenn sein Aalener Kollege auf sechs auf Gesundheit ausgerichtete Studiengänge an der Hochschule Aalen verweist, könne er auf ebenso viele pflegewissenschaftliche Studiengänger an der Gmünder Pädagogischen Hochschule verweisen.

Wie attraktiv das Stauferklinikum sei, zeige allein schon die große Zahl der Patienten, die aus dem Kreis Göppingen und dem Rems-Murr-Kreis kommen, argumentiert Stephanie Eßwein. Sie fordert, erstmal bereits beschlossene Optimierungen umzusetzen, bevor man eine neue Strukturdebatte führt. 2018 habe der Kreistag entschieden, die drei Klink-Standorte stärker zu spezialisieren. Aber das sei „übersprungen“ worden. Sie habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass noch an allen drei Standorten Knie operiert werden. Das Stauferklinikum habe zum Beispiel eine starke Geburtshilfe, auch die Onkologie genieße einen hervorragenden Ruf. Um die Menschen im Raum bis Gschwend zu versorgen, müsse auch die Notfall-Akut-Versorgung vor Ort bleiben.

Überhaupt, meint die Bürgermeisterin, seien die aktuellen Zahlen gar nicht tauglich, um daraus strukturelle Grundsatzentscheiden zu begründen. Sie seien viel zu stark von der Pandemie beeinflusst.

Man muss nicht an drei Standorten Knie

Stephanie Eßwein,, Mutlanger Bürgermeisterin

Kreiskliniken: Blick über die Grenzen

Der Ostalbkreis ist gemessen an der Fläche der drittgrößte Landkreis in Baden-Württemberg.
Größer noch ist der Landkreis Ravensburg. Dort existieren momentan drei Krankenhäuser, eine Geriatrie und mehrere medizinische Versorgungszentren. Auch dort wird über mögliche Klinikschließungen heftig diskutiert.
Im größten Landkreis, dem Ortenaukreis, sieht eine „Agenda 2030“ vier stationäre Krankenhäuser vor.
Im Nachbarkreis Göppingen hat der Kreistag beschlossen, den stationären Teil der Helfenstein-Klinik in Geislingen zu schließen und stattdessen die Göppinger Klinik neu zu bauen. Sieben Gemeinden aus dem Geislinger Raum diskutieren seitdem, den Kreis zu verlassen.
Im Rems-Murr-Kreis wurden die Kliniken Backnang und Schorndorf zugunsten einer Zentralklinik zu schließen. Auch das sorgte für großen Ärger.

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