Virus schreibt Terminplan der Kirchen

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Wann brennt die Kerze? Viele Kirchengemeinden planen nun Termine für Erstkommunion und Konfirmation.

Viele katholische und evangelische Gemeinden in Gmünd entscheiden in diesen Tagen über Zeitpunkt für Erstkommunion und Konfirmation.

Schwäbisch Gmünd

Zum zweiten Mal macht Corona katholischen und evangelischen Kirchengemeinden bei den Festen der Erstkommunion und der Konfirmation einen Strich durch die Rechnung. Im kleinsten Kreis feiern oder doch lieber verlegen? In diesen Tagen entscheiden sich die meisten Gemeinden für einen endgültigen Termin.

In der katholischen Seelsorgeeinheit Schwäbisch Gmünd-Mitte hat man sich schon zu Jahresbeginn auf einen neuen Termin verständigt. Ursprünglich sollten die 27 Mädchen und Jungen in St. Michael und im Heilig-Kreuz-Münster am 18. und 25. April die Erstkommunion empfangen. „Im Blick auf die Pandemie-Entwicklung sind wir rasch von diesen Terminen abgekommen“, sagt Pastoralreferentin Silke Weihing, in der Seelsorgeeinheit für die Erstkommunion zuständig.

Schon im Herbst habe man die betroffenen Familien angeschrieben und Vorschläge gemacht. Inzwischen steht fest, dass die Erstkommunion am Wochenende 11. und 12. Juli sein wird. Noch ist offen, in welchem Umfang dann gefeiert werden darf. Schon vor Ostern haben mehrere Familien abgesagt. „Sie möchten ihre Kinder erst 2022 zur Erstkommunion anmelden, damit sie das entsprechend feiern können“, erklärt Silke Weihing.

Verzichten müssen die Kinder auf die traditionelle Vorbereitung in einer Erstkommuniongruppe, begleitet aus der Elternschaft. „Wir verlegen das in besonders gestaltete Gottesdienste“, sagt Silke Weihing. An vier oder fünf Sonntagen soll je ein wichtiges Element der Erstkommunion vorgestellt werden.

Zeitlich differenzierter sind die Konfirmationsgottesdienste in Gmünd geplant. Einen gemeinsamen Termin gibt es nicht, dafür ganz unterschiedliche Angebote an die Konfirmandinnen und Konfirmanden. Das Pfarramt Augustinus-Martin-Luther hält zunächst am geplanten Termin, dem 25. April, fest. Wegen Corona sei alles noch im Fluss, meint Pfarrer Matthias Plocher. Der April-Termin sei nun aber bei vielen Familien fest eingeplant gewesen. Im Pfarramt Arche lässt man den Familien die Wahl. „Wir bieten zwei Konfirmationstermine an, dann können sich die Beteiligten selbst entscheiden“, sagt Pfarrer Wolfgang Schmidt. Einige entscheiden sich dann für den 25. April, andere für Samstag, 17. Juli. Auch wenn im April nur wenige mitmachen, habe man am Termin festgehalten „für Familien, die sich schon fest darauf eingestellt haben“. Er hoffe, dass im Juli auch die Feier in der Familie wieder besser möglich ist. Pfarrerin Maike Ulrich sieht für das Pfarramt Brücke entspannt dem neuen Termin am 18. Juli in der Augustinuskirche entgegen. Sie hofft, dass dann auch die Großeltern beider Seiten teilnehmen können, was zurzeit ja nicht möglich sei. Im Einzugsbereich des Pfarramts Johannes läuft es ähnlich. Der 2. Mai ist abgesagt, neuer Termin für die Konfirmation ist am 4. Juli in Augustinus. Man habe in diesen Tagen lange darüber diskutiert, sagt Pfarrer Matthias Walch. Mit Eltern, Kollegen, mit der Dekanin und dem Oberkirchenrat sei man aber zur Erkenntnis gekommen, das Fest auf den Sommer zu verlegen. Auch weil es dann eine echte Familienfeier werden könnte.

Jüngere Pfarrer eher online

2020 waren die meisten Feiern im Oktober, der erste Lockdown war punktgenau zu den eigentlichen Terminen für Erstkommunion und Konfirmation gekommen. In der Arche feierte Pfarrer Wolfgang Schmidt gleich fünf Gottesdienste hintereinander, jeweils mit nur zwei Konfirmanden, um Angehörigen entsprechend Platz zu bieten. „Für mich ist das ein Dienst der Kirche am Menschen, deshalb müssen wir ihnen entgegenkommen“, sagt er. Das gilt auch für die Vorbereitung der kirchlichen Feiern. Die jüngere Pfarrerschaft, so vermutet Matthias Plocher, werde vielleicht eher online auf das Fest vorbereiten. Seine Konfirmandinnen und Konfirmanden konnten sich in Gottesdiensten mit dem Thema befassen. Die Terminveränderungen sind noch Thema des Kirchengemeinderats. Er wird sich nächsten Mittwoch damit beschäftigen. Eine Bestätigung gilt aber als sicher.

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