Von den Staufern nach Japan

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Gespannt auf den literarischen Sommerreise nach Japan: Michael Schaumann mit seiner Ferienlektüre "Kleine Wunder um Mitternacht".
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Was lesen Sie in diesem Sommer? Staufersaga-Regisseur Michael Schaumann hat ein „Lieblingsbuch“ als Geschenk bekommen.

Schwäbisch Gmünd. „Ich bin total gespannt, ich weiß überhaupt nicht, was mich erwartet.“ Michael Schaumann, Regisseur der Staufersaga, lässt sich als Leser in diesem Sommer überraschen - von Gerburg Maria Müller, seiner Regie-Kollegin. Sie hat ihm ein Buch geschenkt zur Premiere der Saga: „Kleine Wunder um Mitternacht“ vom japanischen Autor Keigo Higashino.

Was wie ein Krimi anfängt – drei Kleinkriminelle brechen nachts in einen Laden ein – wird nach und nach zu einer surrealistischen Erzählung. „Es ist eine vermeintliche Alltagsgeschichte, aber es entwickelt sich eine magische Geschichte“, so viel weiß Michael Schaumann schon, über das Buch, das Gerburg Maria Müllers Lieblingsbuch ist, wie sie ihm gesagt hat.

Der ideale Sommer-Lesestoff? Gibt es diese Kategorie überhaupt für Michael Schaumann? Nein, findet der Gmünder, er kann in lauer Sommeratmosphäre auch harte Stoffe verkraften, „ich kann da Abstand halten“, sagt er. Zuletzt hat er in den Sommerferien „Der goldene Handschuh“ von Heinz Strunk gelesen. „Das war schon heftig, gruselige Sachen“, erinnert sich Schaumann an den Roman, der die Geschichte eines Frauenmörders aus dem Absturzmilieu von St. Pauli erzählt.

Michael Schaumann ist als Leser vielseitig interessiert: „Wenn’s mich bildet, oder wenn’s mich gut unterhält“, dann gewinne ihn ein Buch. Wenn es kein erzählerischer Stoff ist, dann interessiert sich Schaumann als Leser für Zeitgeschichtliches, „jüngere deutsche Geschichte: Nachkriegsdeutschland, DDR, RAF“, nennt er als Beispiele. Eine lohnenswerte Lektüre „zur Wissenserweiterung“ fand er auch das Russland-Buch von Rüdiger von Fritsch, dem früheren deutschen Botschafter in Russland, der nun in Gmünd lebt.

Gepackt hat Michael Schaumann auch der Bericht „Im Keller“, in dem Jan Philipp Reemtsma von seiner Zeit als Entführungsopfer des Erpressers Thomas Drach erzählt, genauso das dazu später erschienene Buch von dessen Sohn Johann Scheerer. „Das habe ich verschlungen“, erzählt der Gmünder.

Und stimmt das auch für Michael Schaumann: dass er im Sommer mehr liest, weil endlich mehr Zeit ist? Nur ein wenig, sagt er, „ich lese meistens abends, das kann im Sommer sein oder im Winter.“ Wobei ihn im Sommer die Terrasse als Lieblingsleseort schon lockt.

Seinen Lesestoff findet er auf vielen Wegen, mal als Tipp aus Zeitung, mal aus dem Radio, etwa der SWR-Sendung „Leute“. Oder als Geschenk von einem Menschen, den er schätzt. Jetzt lässt sich Michael Schaumann dank Gerburg Maria Müller auf eine literarische Entdeckungsreise in den Fernen Osten ein: „Das Tolle ist: Ich habe noch nie etwas über Alltag in Japan gelesen.“

Michael Schaumanns Sommer-Lesetipp

Fragt man Michael Schaumann nach einem weiteren Lesetipp, nennt er das Buch eines Reiseschriftstellers: Andreas Altmann: „Leben in allen Himmelsrichtungen“, in dem 35 Reisereportagen aus der ganzen Welt gesammelt sind. „Das kann ich wirklich empfehlen.“

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