Guten Morgen

Von -innen und -enden

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Bernd Müller über Frauen, Männer, Sprache – und Humor oder Verbissenheit

Ich bin Lehrer. Sagt eine Gmünderin. Ihr Selbstbewusstsein, will sie damit sagen, ist auf die Wortverlängerung "-in" nicht angewiesen. Die Sprachwissenschaft hat's jahrhundertelang eben so festgelegt, weil Schüler, Arzt, Bundeskanzler ja das "generische Maskulinum" sei. Also die männliche Form, die praktischerweise für alle gilt. Man, besser vielleicht: frau sieht und sagt es heute auch anders, mit dem Argument: Ich will nicht nur gemeint, sondern auch genannt werden. Weil ich, zum Beispiel, Busfahrerin bin. Pro und Contra – und was ist richtig? Immer jedenfalls, auch mit ein bisschen Humor an die Sache heranzugehen statt mit Verbissenheit. War's nun das eine oder doch Letzteres? Als neulich ein Berliner Politiker einer Zeitung ein Wort aus den Verkehrsnachrichten ("Der tägliche Genderwahnsinn") unter die Nase rieb: Fahrspurende. Denn das klingt ja wie diese lösungsvorschlagsbeflissen konstruierte neutrale Form: Lehrende, Studierende, Musizierende. Mal sehen, wann die Diskussion in unserem Städtle aufflammt. Eine Gmünderin hat schon zu grübeln begonnen, beim Spitalinnenhof …

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