Vorfreude aufs naturtrübe Bier gerechtfertigt

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Die Hopfenpflanzen im Himmelsgarten bei Wetzgau haben sich offensichtlich am neuen Standort eingelebt.

Freundeskreis ist nach der Umsiedlung zum Turmstüble zufrieden mit dem Zustand des Hopfens.

Schwäbisch Gmünd-Wetzgau. Der Umzug scheint den Hopfenpflanzen zu bekommen. Sie fühlen sich offensichtlich am Turmstüble des Freundeskreises ebenso wohl für dereinst am alten Kuhstall. Dank der Rankhilfen, die die Aktiven des Freundeskreises an der Terrasse des Vereinshauses angebracht hatten, finden die frischen Triebe des Tettnanger Hopfens Halt und Platz, um sich gen Himmel zu strecken.

Dass diese Pflanzen in Gmünd durchaus eine lange Tradition haben, wissen nur wenige Alteingesessene. Walter Wentenschuh hat in seinem 2016 erschienenen Text- und Bildband „Heimatgeschichte. Wetzgau - Rehnenhof“ auf diese Tradition hingewiesen. Dort zitiert er eine Oberamtsbeschreibung von 1870: „Von Handelsgewächsen wird hauptsächlich Hopfen in großer Ausdehnung gebaut. ...es sind dermalen 300 Morgen dem Hopfen eingeräumt, etwa weitere 50 Morgen besitzen hiesige Bürger auf angrenzenden Markungen, und das ganze Hopfenerzeugniß beläuft sich in mittleren Jahren auf 1200-1500 Centner.“

Auf diese Erträge wird der aktuelle Standort nicht kommen können. Sind dort doch lediglich sechs Pflanzen berücksichtigt. Dennoch ist Martin Nuding, unter anderem Betreiber des Schwäbisch Gmünder Bier- und Jagd-Museums, davon überzeugt, dass der Hopfen ertragreich sein dürfte.

Martin Nuding ist auch einer der wenigen Gmünder, der von dieser Hopfen-Tradition zu berichten wissen. Der Bierkenner, der sich auch IHK-geprüfter Bierbotschafter nennen darf, hat die frischen Triebe inspiziert und eine gute Ernte prognostiziert. Sein Sohn Johannes, IHK-zertifizierter Hausbrauer, hatte schon in den zurückliegenden Jahren die Hopfenernte am Kuhstall eingebracht und daraus das Himmelsgarten- oder Himmelsstürmer-Bier gebraut.

So soll es auch in diesem Jahr sein. Geht es nach den Verantwortlichen des Freundeskreises Himmelsstürmer, wird die Hopfenernte wieder rechtzeitig am Ende des Sommers eingeholt. Und das naturtrübe Bier könnte im Oktober beim Krautfest im Himmelsgarten gezapft werden. Leider aus heutiger Sicht noch unter Vorbehalt: Gilt es doch, die Entwicklung der Corona-Pandemie abzuwarten.

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