Wandertag mit Forschungsauftrag

+
„Wir werfen sicher keinen Müll mehr achtlos weg“ - das ist ein Fazit der Siebtklässler der Mutlanger Hornbergschule, die für ein europaweites Projekt an diesem Donnerstag am Schwäbisch Gmünder Remsufer unterwegs waren.
  • schließen

Die „Plastic Pirates“ der Hornbergschule sammeln, dokumentieren und katalogisieren Müll für ein Forschungsprojekt - und sie lernen, die Umwelt mit anderen Augen zu sehen.

Schwäbisch Gmünd/Mutlangen. Sie sind als Piraten unterwegs im Dienst der Wissenschaft. Elf Siebtklässler der Mutlanger Hornbergschule haben am Donnerstag deshalb den Gmünder Remsstrand unsicher gemacht.

Um was es tatsächlich geht: Deutschland, Portugal und Slowenien setzen sich bei ihrer gemeinsamen Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union besonders für saubere Meere, Fließgewässer und gewässernahe Natur ein. Die gemeinsame Aktion der Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsministerien der drei Länder haben daher Schulklassen und Jugendgruppen dazu aufgerufen unter dem Arbeitstitel „Plastic Pirates Go- Europe!“ Plastikmüll zum Beispiel an Flussufern zu sammeln, dann die unterschiedlichen Arten des gesammelten Mülls zu katalogisieren und dokumentieren, um so die Forschung aktiv zu unterstützen.

„Wir haben auffällig viel Müll gefunden“.

Holger Kaposty

Im Gemeinschaftskundeunterricht haben sich die Hornbergschüler also auf den Weg gemacht, um an der Rems entlang Müll zu sammeln, zu katalogisieren und mittels Foto zu dokumentieren. Ausgangspunkt war die Fußgängerbrücke über die Rems in Gmünds Westen, weitere Stationen folgten bis zum Stadtgarten. Dokumentiert werde die „Müllvielfalt“ sowie die flächenmäßige Verteilung, erklärt Lehrer Holger Kaposty.

Um dies zu erforschen, waren die Jugendlichen mit Greifzangen, Müllsäcken und Gummihammern unterwegs. Damit haben wir Holzpflöcke in einen Kreis von drei Metern Durchmesser in die Erde geklopft, erzählt der zwölfjährige Robin.

Das Projekt soll dabei helfen, den Anteil von Einwegplastikabfall und die Häufigkeit in bestimmten Bereichen zu dokumentieren. Dazu werden pro Sammelstelle drei Abschnitte untersucht, die Region an der Wasserkante entlang, die Uferböschung und die Flusskrone. Zusehends füllten sich die mitgebrachten Müllsäcke und Eimer mit Unrat aller Art, war bei der ersten Inaugenscheinnahme noch nicht von viel Müll auszugehen, wurde bis zum Ende doch „auffällig viel gefunden“, findet Holger Kaposty. Einen dicken Sack voller Baby-Windeln zum Beispiel oder jede Menge „Party-Müll“. Und mit einem Netz wurde eine Stunde lang im Bereich des Stadtgartens der Müll buchstäblich aus der Rems geangelt.

Forschungsarbeit wird unterstützt

Mit ihren Daten unterstützen die Jugendlichen die Forschungsarbeit der Technischen Universität Bochum. Die von den Mutlanger Schülern aufgearbeiteten Ergebnisse dienen als Basis zur Katalogisierung und Darstellung von Plastikmüll an deutschen Flussufern. Für die Mutlanger Kids war der Vormittag nicht nur ein „Wandertag mit Forschungsauftrag“, vielmehr wurde der Unterricht im Freien abgehalten und gleichzeitig etwas „zur Stärkung der Klassengemeinschaft“ getan, meint der Pädagoge.

Und was sagen die Jugendlichen zu der Aktion? Xenia und Alisha sehen ihre Umwelt jetzt mit anderen Augen, das Müllsammeln sei anstrengend gewesen, manche Fundstücke waren einfach „ekelhaft“, aber das saubere Remsufer versöhnt die Kids wieder. Der Gemeinschaftskundeunterricht im Freien hinterlässt auch eine nachhaltige geänderte Einstellung: „Wir werden keinen Müll mehr achtlos wegwerfen“.

Mehr Nachrichten aus rund um die Rems:

Hochwasserschutz an der Rems: Sicherheit bei Starkregen im Fokus

Lorchs neuer Wassermeister

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

WEITERE ARTIKEL

Kommentare