Der Geistliche Impuls

Was die innere Sehnsucht stillt

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Lockdown ist für viele Tiere im Winter der Normalzustand. Sie suchen sich ein schnuckeliges Plätzchen, wo sie gut überwintern können. Einen Ort zum Schlafen.

Lockdown ist für viele Tiere im Winter der Normalzustand. Sie suchen sich ein schnuckeliges Plätzchen, wo sie gut überwintern können. Einen Ort zum Schlafen. Die Körpertemperatur fährt runter und Atem und Puls werden ruhiger. Das würde ich angesichts der nicht enden wollenden Pandemie oft auch gerne tun: Einfach die Decke über den Kopf ziehen und die Augen schließen. Trotz der äußerlich verordneten Ruhe fühle ich nämlich nicht immer eine innere Ruhe. Gerade jetzt brauche ich besonders Orte und Momente, die mir Kraft geben, weiterzumachen, durchzuhalten. Etwas, das meine Sehnsucht nach unbeschwerten Feiern, einer Umarmung oder einem hübschen Café stillt. Vor kurzem kam mir wieder ein altes Gebet in den Sinn: Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Das wird nun zu meinem ganz persönlichen Gebet der Lockdown-Zeit. Schon allein diese Bitte an Gott, dass er mich gut durch diese Durststrecke bringt, beruhigt meinen Puls etwas. Nimmt mir das Gefühl von Machtlosigkeit und macht den äußeren Lockdown zum inneren Winterschlaf. Pfarrerin Judit Steinestel

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