Die meisten wollen die Nordmanntanne zum Fest

+
Hans Feifel, Tom Betz und Carolin Feifel (von links) verpacken jedes Jahr hunderte Bäume mit ihrer Weihnachtsbaum-Netzmaschine, damit die schmucken Stücke gut in den Kofferraum passen.
  • schließen

Die Nadeln des beliebten Weihnachtsbaumes sind weich und pieksen nicht beim Schmücken. Familie Feifel aus Weiler liefert Infos für den Kauf.

Schwäbisch Gmünd-Weiler

Große, kleine, schlanke, breite, hellgrüne, dunkelgrüne und bläulich-grüne: Bei den Feifels dreht sich in den Wochen vor Weihnachten alles um den Weihnachtsbaum. Kein Wunder, denn die Feifels schlagen hunderte Bäume jedes Jahr fürs Fest.

85 Prozent der Bäume, die bei den Feifels über die Ladentheke, beziehungsweise durch die Weihnachtsbaum-Netzmaschine gehen, sind Nordmanntannen. „Die sind schön weich und pieksen beim Schmücken nicht so“, erklärt Carolin Feifel den Trend, der schon seit vielen Jahren anhalte. Außerdem seien die meisten Weihnachtsbäume im Fernsehen Nordmanntannen, ergänzt Tom Betz. Und die wolle die Kundschaft haben. Das findet Senior-Chef Hans Feifel ein bisschen schade. „Fichten riechen viel besser und sind zudem günstiger“, erklärt der Fachmann. Blaufichten und Fichten stehen bei den Feifels auf Platz zwei und drei der Top-Bäume.

2,30 Meter hoch sind die Nordmanntannen in Zimmerhöhe. Diese Größe werden von den meisten Leuten fürs heimische Wohnzimmer verlangt. Manche fragten auch nach kleineren Bäumen für die Wohnung oder den Balkon. Geht der Trend zum Zweitbaum für den Garten, weil sich's viele zuhause besonders schön machen wollen in der veranstaltungsarmen Coronazeit? „Nein“, sagt Carolin Feifel. „Das können wir so nicht feststellen.“ Es seien bislang nur wenige Kunden, die einen zweiten Baum verlangten. Aber die Hochsaison für Privatleute beginne auch erst jetzt.

32 bis 37 Euro kostet eine Nordmanntanne in Zimmerhöhe in dieser Saison beim Familienbetrieb in Weiler. Am Preis habe sich wegen der Pandemie im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert, sagen die Feifels. Eine Fichte in vergleichbarer Größe komme auf etwa 15 bis 17 Euro, schätzt Hans Feifel, der täglich nach den Bäumen im Gelände schaut. „Viel Arbeit“, sagt Feifel, die er aber immer noch gerne tue.

0 Spritzmittel: „Unsere Weihnachtsbäume sind komplett unbehandelt“, erklärt Carolin Feifel. Deshalb bräuchten sie mehr Pflege. Gras, Brennnesseln und Gestrüpp am Boden müssten mehrmals im Jahr gemäht und entfernt werden. Außerdem müssten die Landwirte schauen, dass die Bäume nicht zu eng stehen und genügend Luft bekommen, damit sich keine Wollläuse an den Bäumen zu schaffen machen. In den Wochen vor Weihnachten schlagen die Feifels mehrmals frische Bäume – „am besten bei zunehmendem Mond“, erklärt Hans Feifel. Dann blieben sie länger frisch. Das Jahr über werden Nordmanntannen und Fichten nachgepflanzt. Beide Baumarten kommen laut Carolin Feifel bisher gut mit dem Klimawandel zurecht.

5 Spitzen besaß mal ein Weihnachtsbaum, den Carolin Feifel in ihrem Wohnzimmer stehen hatte. Im vergangenen Jahr schmückte sie einen Baum, dessen Stamm eine riesige Kurve machte. „Die Bäume sind Naturprodukte. Ich mag auch welche, die nicht ganz perfekt aussehen“, sagt die Landwirtin, die Weihnachtsbäume liebt, auch wenn sie bis zum Fest etliche zwischen den Fingern hatte. Manche Kunden verlangten ganz dichte Bäume, andere wollten lieber etwas lichtere, damit große Kugeln besser zwischen die Zweige passen. Die einen mögen Bäume in hellerem Grün, andere liebten ein sattes Grün, das gut zu dunkelroten Kerzen passe, sagen die Experten.

3 Zentimeter sollten am Baumstamm unten abgesägt werden, wenn Kunden ihren Baum gekauft haben und mit nach Hause nehmen. Dann sei die Schnittstelle schön frisch und der Baum könne mehr Wasser aufnehmen, erklärt Hans Feifel. Dadurch bleibe er länger frisch und nadle nicht so rasch.

Fichten riechen besser.“

Hans Feifel, Land- und Forstwirt
  • Sterne und Herzen in Glanzoptik
  • Der Schmuck:Neben dem klassischen Weihnachtsschmuck in glänzendem Gold sind laut Floristin Elke Sauter aus Lautern auch Naturprodukte als Adventsschmuck hoch im Kurs. Nicht nur Kugeln, sondern andere Formen wie Herzen, Sterne oder Glocken hängen laut Trendexperten dieses Jahr am Weihnachtsbaum. Baumschmuck in zarten Tönen, in Rosa oder in Metallic-Optik sei bei vielen der Renner. Ein Trend beim Adventskranz? Kerzen in Schwarz oder in Salbeigrün, dazu Eukalyptuszweige, weiß Elke Sauter.
    Der Baum: Benannt wurde die Nordmanntanne im 1842 nach dem finnischen Biologen Alexander von Nordmann (1803–1866). Nordmann hatte sie 1835 im Kaukasus im heutigen Georgien entdeckt. Die Blaufichte wurde erst 1862 in Colorado entdeckt. Ein Jahr später gelangten die ersten Samen nach Europa. Die Fichte ist laut Forstexperten ein anpassungsfähiges Gehölz, das gegenüber trockenen und feuchten Böden tolerant ist und sich auch Luftverschmutzungen gegenüber als widerstandsfähig erweist.
Weihnachtsbaum 85
Weihnachtsbaum 2,30
Weihnachtsbaum 32
Weihnachtsbaum 5
Weihnachtsbaum 3
Weihnachtsbaum 0

Zurück zur Übersicht: Weiler

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare