Vorfreude auf nagade Gsichter

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Auch ohne Live-Auftritt lassen "Die Kesselbergerinnen" aus Weiler in den Bergen diesen Fasching was von sich hören. Warum sie sich dieses Jahr von der Muppet-Show haben inspirieren lassen.

Schwäbisch Gmünd-Weiler

Dominik Arnold und Fabian Wolf lassen die Pumpen tanzen. Die beiden treten jedes Jahr an Fasching zusammen mit Elvira Arnold, Carmen Herkommer und Sarah Mangold als "Die Kesselbergerinnen" auf. Und seit fünf Jahren machen sie zu ihren selbst komponierten Songs Videos, die sie auf der Internetplattform Youtube veröffentlichen. "Cowboy & Indianer" von 2020 ist dort zu finden, genau wie "Piraten" von 2019, "Bergochs" von 2018 und "So isch's en Weiler" von 2017.

Obwohl es wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr keine Live-Prunksitzungen geben kann, wollte sich Dominik Arnold, Chef der Veranstaltungstechnikfirma Mixtown, nicht auch noch den Spaß an einem Musikvideo nehmen lassen. Das Thema für das Lied lag auf der Hand: Die Sehnsucht nach "nagade Gsichter", die nicht mehr hinter Masken verborgen sind.

Dominik Arnold komponierte die Musik und schrieb zusammen mit Fabian Wolf, den viele als stellvertretenden Bettringer Ortsvorsteher kennen, den Songtext. "Wann hat dr Adler wieder offa? Wann wird am Stammtisch wieder kartlt ond gsoffa? Wann derfat alle wieder kuschla?" formulieren die beiden aktuelle Fragen. Denn "mir fehlt's Omarma genauso wias Bussla". Doch weil das momentan genauso wenig geht wie das gemeinsame Singen, hat Dominik Arnold die vier anderen einzeln zum Singen in sein Tonstudio auf dem Gügling geladen und die Stimmen später zusammengesetzt.

Fürs Video griff er wieder in die herkömmliche Trickkiste: Inspiriert von der Muppet-Show schuf er aus Schaumstoff, Stützstrümpfen und allerlei Utensilien aus der Faschingskiste Puppen mit Stecknadelkopf-Augen und Mündern, die an den Wangen nicht enden. Drei Handpuppen übernehmen den Part der Sängerinnen, die vierte Puppe muss Dominik Arnold während des Drehs öfter in die Maske schicken, damit sie sich vom Sänger in den Keyboarder und Udu-Spieler verwandeln kann.

Mir fehlt's Omarma genauso wias Bussla.

Die Kesselbergerinnen im Song "Nagade Gsichter"

Beim Refrain "Irgendwann seng mr wiedr zamm, irgendwann tanz mr wieder do hanna", hat Dominik Arnold Videosequenzen von vergangenen Auftritten im Peter-Parler-Saal des Congress-Centrums Stadtgartens eingefügt. Und das Publikum wiegt sich mit Feuerzeugen in den Händen zum Rhythmus hin und her. "Das fanden wir dann einfach stimmungsvoller, als einen leeren Saal zu zeigen", erklärt der Veranstaltungstechniker und Musiker.

Wie viel Zeit hat er insgesamt in den Song samt Video investiert? "In Stunden?", antwortet er und lacht: "ohje, sehr viele." Zumal er alle Instrumente selbst eingespielt hat. Doch wegen des anhaltenden Lockdowns für die Veranstaltungsbranche hat er derzeit Luft für solche Projekte. Und "es hat richtig Spaß gemacht", sagt Dominik Arnold. Er und die anderen "Kesselbergerinnen" hoffen, dass sie mit ihrem Video auch anderen eine Freude machen – und vor allem die Vorfreude auf "nagade Gsichter" steigern können.

Der Name "Die Kesselbergerinnen" stammt übrigens vom Kesselberg in Weiler, wo Bandmitglieder wohnen beziehungsweise wohnten. Obgleich die Gruppe aus weiblichen und männlichen Mitgliedern besteht, haben diese sich bewusst für die weibliche Form entschieden. "Bandnamen müssen doch nicht immer männlich sein", sagt Dominik Arnold.

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