Wetten, dass der TV Weiler auch online feiern kann?

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Nachdem die Feier zum 100-jährigen Bestehen des TV Weiler 2020 b ereits ausfallen musste, stellten die Mitglieder nun ein Online-Jubiläum auf die Beine, das sich sehen lassen konnte.

Der Weilermer Traditionsverein begeht sein 100-jähriges Bestehen per Übertragung mit Beiträgen von allen Abteilungen und ernennt Ehrenmitglieder.

Schwäbisch

Eigentlich war alles geplant: Mit einem Festwochenende samt Ausstellung in der vereinseigenen Halle sollte das 100-jährige Bestehen des TV Weiler vergangenes Jahr gewürdigt werden. Corona machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung und alles wurde auf 2021 verschoben. Dass das Fest auch in diesem Jahr nicht im üblichen Rahmen möglich sein würde, hielt niemand für möglich. Aber der TV Weiler wäre nicht der TV Weiler, wenn er sich davon unterkriegen lassen würde, schließlich kennen sich die Vereinsmitglieder mit dem Verschieben von großen Festlichkeiten aus, denn bereits vor 100 Jahren musste das Gründungsfest wegen der im Ort grassierenden Maul- und Klauenseuche verschoben werden.

Aktuell war nun allen klar: Ein Onlinefestabend musste her. Das Organisationsteam aktivierte die vier Abteilungen des Vereins – und der ganze Ort war auf den Beinen, um zum Gelingen eines solchen Festabends beizutragen. So wurden tags zuvor die „Festguggen“ ausgefahren. Die beinhalteten nicht nur den Onlinezugangscode zum Fest, sondern auch viele Leckereien, die Teilnehmern den Festabend versüßen sollten.

Szenen der Vereinsgeschichte

Einen Abend später führte Faschingssitzungspräsident Jürgen Knies die Zuschauer durch ein abwechslungsreiches Programm, das in vier Abteilungsblöcke eingeteilt war. Den Auftakt machte die älteste Abteilung des Vereins, die Turnabteilung. Athletische Turner stellten die erste Teilnahme am Gauturnfest 1921 in Heubach dar. Es folgte die Fußballabteilung. Zeitzeuge Hans Hiller berichtete, wie aus einer Handballmannschaft eine Fußballmannschaft und somit 1958 eine eigenständige Abteilung wurde. Die Aktive Mannschaft stellte dazu eigens diese Szenen samt erstem Pflichtspiel gegen Waldstetten nach. Die Skiabteilung zeigte fast originalgetreu einen Rückblick auf den Bau der Schanze und deren Einweihung 1961. Todesmutig stürzte sich ein Athlet von der selbstgebauten Schanze den Hang in Richtung Skihütte hinab. Den Abschluss machte die jüngste Abteilung des Vereins, die Faschingsabteilung. Deren Aufgabe war es, den ersten Umzug nachzustellen. Kaum zu glauben, dass dieser aus nur fünf Gruppen bestand.

Absolute Höhepunkte des Abends waren aber die Wetten, welche es für die einzelnen Abteilungen im Vorfeld zu erfüllen galt. So lautete jene für die Turnabteilung: „Wetten, dass eine Übung an einem selbstgebauten Gerät im heimischen Garten anno 1930 nicht geturnt werden kann?“ Das Männerballett samt Elferrat löste diese Aufgabe jedoch mit Bravour und die Wette galt als gewonnen. Mit geistlichem Beistand folgte der Gewinn der nächsten Wette. Die Skiabteilung stellte den ersten Anstoß bei der Sportplatzeinweihung 1961 nach. Da ließ es sich selbst Pfarrer Psenner nicht nehmen, dabei zu sein. Die Fußballabteilung zeigte, dass ein Triathlon mit den Sportarten Langlauf, Bike und Ski alpin selbst im Frühjahr kein Problem für ist. Und die zahlreichen Kinder und Turner der Turnabteilung präsentierten, dass nicht nur auf dem ersten Maskenball in den 60er-Jahren das Motto „Jeder Mensch hat seinen Vogel“ umsetzbar war.

Natürlich ließen es sich Ortsvorsteher, Oberbürgermeister, Landrat, Pfarrer und Vorstände der Weilermer Nachbarvereine nicht nehmen, zum Jubiläum zu gratulieren und schickten per Videobotschaft Glückwünsche nach Weiler. Ein passender Anlass war der Festabend auch, um die langjährigen Mitglieder Gisela Krieger, Hans Galla und Emma Herbst zu Ehrenmitgliedern zu ernennen.

Musikalisch war ebenfalls einiges geboten. In der Pause unterhielten „2 mit Bock“ und selbstverständlich durften die Kesselbergerinnen mit einem neuen Lied zum Fest nicht fehlen. Auch wenn sich alle das Jubiläum anders vorgestellt hatten, so war dieser Abend letztendlich eine klasse Alternative.

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