Wenn der Landwirt auf dem Traktor Videos dreht

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Anschaulich zeigen, was Landwirtschaft istgeht - das ist Michael Weber wichtig.
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Rund um den Waldstetter Schlatthof ist ein neuer landwirtschaftlicher Lehrpfad entstanden - Teil der Aktionswochen von „Gmünd für morgen“.

Waldstetten/Gmünd

Auf dem Feld hinter Michael Weber wachsen Sonnenblumen, Klee, Senf. Der Waldstetter Landwirt erklärt, wozu die bunte Mischung gut ist: es ist eine Zwischensaat, gut für den Boden, verwertbar als Futter, nützlich gegen Bodenerosion.

Michael Weber ist es wichtig, seinen Job auch den Menschen zu erklären - Bauern sollten, so findet er, nicht nur die Leute sein, die man auf großen Traktoren durch den Ort fahren sieht. Darum gibt es jetzt rund um den Waldstetter Schlatthof einen landwirtschaftlichen Lehrpfad. Unterstützt wird das Projekt durch die Stadt Gmünd, es ist Teil der Gmünder Aktionswochen unter dem Motto „Gmünd für morgen“.

Was passiert eigentlich auf diesem Feld? Wie werden die Wiesen genutzt? Warum ist Maisanbau sinnvoll? Wie funktioniert Milchwirtschaft? Und was leisten die Bauern für die Gesellschaft? Schon vor einigen Jahren hat Michael Weber begonnen solche Fragen zu beantworten: auf Info-Tafeln, die er aufgestellt haben neben den Feldern, die Weber auf dem Schlattfeld zwischen Pfeilhalde, Waldstetten und Unterbettringen bewirtschaftet. „Das habe ich zusammen mit meinen Azubis gemacht.“ Auch Waldstetter Grundschulkinder haben Weber und seine Frau immer wieder auf ihrem Hof zu Gast gehabt. „Die Impulse sind immer von der Familie Weber ausgegangen“, sagt Waldstettens Bürgermeister Michael Rembold, der Michael Weber einen „Aktivposten“ nennt.

„Nur ein erster Schritt“

Das war Weber auch beim neuen Lehrpfad. Den Gedanken an einen Tag der offenen Tür, den Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold an ihn herangetragen hatte, hat Weber abgelehnt, dafür habe ihm die Zeit gefehlt, sagt er. Aber der Ausbau der Pädagogischen Stationen rund um seine Felder schien möglich. Die Ideen und Konzepte hat Weber während seiner Arbeitszeit entwickelt – er ist ja sein eigener Chef. „Bei monotonen Arbeiten mit dem Schlepper auf dem Feld oder beim Melken geht das gut. Ich mache dabei meine ganze Büroarbeit auf dem Handy.“ Nicht nur das: Es gibt QR-Codes auf den Schildern, die zu kurzen Videos führen – selbst gedreht von Michael Weber.

Formal startet der Lehrpfad im Tal an der Straße zwischen Gmünd und Waldstetten, aber es kann auch jeder Spaziergänger auf dem Schlattfeld immer wieder stehenbleiben und etwas dazulernen. Dort soll der Pfad langfristig etabliert und ausgebaut werden. „Das kann nur ein erster Schritt sein“, sagt der Gmünder Bürgermeister Julius Mihm zur nun entstanden Version des Lehrpfads. „Wo kommt das Essen her? Das sollten wir nicht aus den Augen verlieren“, sagt Mihm. „Wir werden das auf jeden Fall weiterentwickeln“, verspricht Franka Zanek, die Chefin des Gmünder Amts für Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Nachhaltig handeln und denken Landwirte schon seit Jahrhunderten, betont Michael Weber. „Was wir kaputt machen, haben die nächsten Generationen nicht mehr“, sagt er. Landwirte seien bedeutende Landschaftspfleger, argumentiert Michael Rembold. „Was die leisten, könnten wir als Gemeinde gar nicht bewerkstelligen.“

Schwäbisch Gmünd und die Nachhaltigkeit

Der landwirtschaftliche Lehrpfad ist Teil der Aktionswochen von „Gmünd für morgen“ (8. September bis 27. Oktober). Von einer „kleine Expo im Bereich der Nachhaltigkeit“ spricht Gmünds OB Richard Arnold.

Landwirt Michael Weber zeigt Politikern und Gemeinderäten eine der Info-Tafeln des neuen landwirtschaftlichen Lehrpfads rund um den Waldstetter Schlatthof.
Anschaulich zeigen, was Landwirtschaft istgeht - das ist Michael Weber wichtig.

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