Wenn Frauchen schwanger ist

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Hundetrainerin Jana Aichner (l.) beim Erstgespräch mit Kundin Sylvia Hydle und Hündin Arwen.
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Jana Aichner aus Aalen hat eine besondere Qualifikation als Hundetrainerin. Wie sie Hündin und Frauchen auf das Leben mit Baby vorbereitet.

Aalen/Wäschenbeuren

Schreien, weinen, strampeln – all das kennt Arwen noch nicht. Die Bulldogge-Hündin ist viereinhalb Jahre alt und eigentlich "total entspannt", sagt Frauchen Sylvia Hydle. Aber in rund fünf Monaten wird ein kleines Wesen eine große Veränderung für das Leben der Hündin sein. Arwens Besitzerin erwartet ein Baby. 15. Schwangerschaftswoche. "Die kritische Phase ist vorbei", sagt die werdende Mama. Deshalb soll's gleich losgehen:

Sylvia Hydle möchte ihre Hündin frühzeitig auf den Familiennachwuchs vorbereiten. Einsatz für Hundetrainerin Jana Aichner: Von Aalen macht sie sich auf den Weg nach Wäschenbeuren im Kreis Göppingen. Nicht gerade ums Eck, aber Jana Aichner ist die einzige in der Gegend mit dieser Zusatzausbildung. Die sogenannte "Family Paws Parent Education" bereitet die ganze Familie und den Hund auf das neue Leben mit Baby vor. "Wo soll Arwen sein, wenn du das Kind wickelst? Darf sie mit aufs Sofa? Was machst du, wenn du mal zur Toilette musst? Hast du jemanden, der mal zum Gassi gehen einspringt?" All das sind Fragen, die Jana Aichner ihrer Kundin bei diesem ersten Gespräch stellt. Wird der Hund eifersüchtig sein auf das Neugeborene, das plötzlich so viel Aufmerksamkeit bekommt?

Zwei Hunde, zwei Kinder

Die Hundetrainerin weiß genau wovon sie spricht. Sie selbst hat zwei Hündinnen und zwei Kinder. Ein "Herzensthema" für Jana Aichner. "Die Hunde müssen oft so viel ertragen", sagt sie. "Ein Wunder, dass da noch nicht mehr passiert ist." Sicherheit stehe nun mal an erster Stelle. Damit meint sie sowohl den Schutz des Babys vor dem Hund, als auch den Schutz des Hundes vor dem Baby. Was sich im Gedächtnis einprägt, weil sie es immer und immer wieder wiederholt: "Du bist als Elternteil immer zwischen Kind und Hund." Auch wenn Arwen noch nie jemanden gebissen hat, müsse der Kontakt zum Baby immer gesichert sein. Immerhin bringt die Bulldogge rund 33 Kilo auf die Waage. Ganz schön viel im Vergleich zu dem kleinen Jungen, der Ende März zur Welt kommen soll. Da reicht schon ein tollpatschiger Schubser, um den kleinen Knirps zu verletzten.

Aufgaben für den Hund

Ziel des Trainings sei es aber nicht, den Hund auszugrenzen. Im Gegenteil: "Wir überlegen vorher, wie wir ihn einbeziehen können", sagt Aichner. Sylvia Hydle ist begeistert von den Ideen ihrer Trainerin: "Wir können Arwen beibringen, eine Windel aus der Schublade zu holen." So hätte sie beim Wickeln ihre eigene Aufgabe.

Ein Hund gehört zur Familie wie ein Kind.

Jana Aichner, Hundetrainerin

Es gibt viel, was die werdenden Eltern jetzt schon mit ihrer Hündin trainieren können: Gassi gehen mit dem Kinderwagen, eine Puppe im Tragetuch herumtragen, sie an unregelmäßige Gassi- und Futterzeiten und an das unangenehme Babygeschrei gewöhnen.

Entspannung statt Aufregung

Babygeschrei via Youtube: eine Möglichkeit, den Hund an die Geräusche zu gewöhnen. Was Jana Aichner immer wieder betont: "Es ist wichtig, dass Arwen damit keine Aufregung verbindet." Sie solle dabei entspannt sein, gestreichelt werden und merken, dass es nichts Schlimmes ist. So werde sie, auch wenn das Baby da ist, entspannter mit der Situation umgehen.

"Hallo, beachte mich!"

Das mit der Aufmerksamkeit ist so eine Sache, bei der Herrchen und Frauchen meist viel Durchhaltevermögen brauchen. Versucht der Hund durch Toben, Bellen oder anderes unerwünschtes Verhalten, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, gibt es laut Jana Aichner nur eins, was hilft: "Ignorieren". "Auch negative Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit", sagt die Hundetrainerin. Und dann werde es nur schlimmer. Umso wichtiger: erwünschtes Verhalten durch Lob stärken.

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