Im Blick

Wer den Zielkonflikt erzeugt, muss ihn lösen

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Bernd Müller
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Bernd Müller über die fem-Neubaupläne und seine Nebenwirkungen.

Fläche, Forschung, Fachkräfte. Das sind die drei wichtigsten Faktoren, wenn eine Stadt neue Hightech-Firmen anziehen will. Die Aufzählung stammt von Alexander Groll, dem Gmünder Wirtschaftsbeauftragten. Fläche kann Groll nun bieten, wenn er mit potenziellen Investoren verhandelt: Der Aspen-Technologiepark nördlich von Bargau ist beschlossen. Das Angebot hat Risiken und Nebenwirkungen: Flächenverbrauch und Verkehr sind Reizthemen heutzutage.

In der Forschung ist Gmünd im Hintertreffen im Vergleich mit Hochschulstädten wie Ulm, Tübingen, Aalen. Umso bedeutender ist es, das Forschungsinstitut Edelmetalle und Metallchemie in der Stadt zu haben. Das fem ist ein Leuchtturm, der alleine auf seiner Höhe steht. Es ist, 99 Jahre nach seiner Gründung, für Gmünd wichtiger denn je – im Hinblick auf seine Forschungserfahrung in der Zukunftsdisziplin Wasserstoff.

Doch auch die Forschung hat ihre Nebenwirkungen: Die 3000-Quadratmeter-Neubaupläne des fem in der Katharinenstraße stehen im Widerspruch zu dem, was den Nachbarn dort im „Mörikepark“ vor wenigen Jahren versprochen wurde: hochwertiges Wohnen, lockere Bebauung in einer Villengegend.

Das ist nun der Zielkonflikt: Wohnqualität und Immobilienwert versus Ausbau der Forschung. Es gibt nur eine Möglichkeit: Die Beteiligten müssen sich zusammensetzen, reden, sich zusammenraufen. Die Stadt braucht ein starkes, prosperierendes fem. Sie steht auch in der Pflicht zu vermitteln und die Interessen der Anwohner ernst zu nehmen – jener Leute, die die Stadtspitze einst mit warmen Werbeworten als Immobilienkäufer umworben hat.     

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