Wetzgauer Himmelsgarten: Die Gänse, Enten und Hühner sind da

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Kleintierzüchter im Himmelsgarten
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Bis zum Krautfest im Herbst sind die Tiergehege im Wetzgauer Landschaftspark Himmelsgarten bestückt mit allerlei Federvieh. Ein neues Fütterungskonzept soll Rattenplagen verhindern.

Schwäbisch Gmünd-Wetzgau

Wenn Wolfgang Schilling das große Tiergehege im Wetzgauer Himmelsgarten betritt, schnattern die sechs Gänse ein paar Minuten aufgeregt. Dazwischen flitzen zwei Laufenten vom Stall über die Wiese und tauchen ab im Teich. Nach kurzer Zeit beruhigen sich alle wieder, die Gänse rupfen und futtern Gras, die Enten machen sich auf die Suche nach Schnecken. Und der Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins Rehnenhof hat Zeit zum Erzählen.

Seit diesem Jahr kümmert sich nicht mehr der Gmünder Kreisverband der Kleintierzüchter um die Tiergehege im Himmelsgarten, sondern der örtliche Rehnenhofer Kleintierzuchtverein in Kooperation mit der Friedensschule Rehnenhof. „Unsere Zuchtanlage ist nicht weit entfernt vom Himmelsgarten“, erklärt Wolfgang Schilling. Die meisten Vereinsmitglieder hätten kurze Wege bis zur Anlage. Das sei wichtig, denn mindestens zwei Mal am Tag ist jemand vom Verein vor Ort.

Nachdem die Tiere im vergangenen Sommer weichen mussten, weil sich Ratten auf dem Gelände im Himmelsgarten breit gemacht hatten, fährt der Rehnenhofer Kleintierzuchtverein nun ein neues Konzept. Die Schädlingsbekämpfer der Stadt haben die Gehege von Ratten befreit und danach alles gesäubert. Das Bauhof-Team hat Zäune und Türen ausgebessert, am Wochenende wollen Ehrenamtliche die Hütte frisch streichen. Schuld an der Rattenplage sei vor allem das Futter gewesen, das nicht nur Gänse, Enten und Hühner anlockte, sondern eben auch Ratten, erklärt Wolfgang Schilling. Deshalb stelle der Kleintierzuchtverein künftig das Futter für die Tiere nur noch in deren Ställen zur Verfügung und nicht im Außenbereich. „Die Stalltüren sind den ganzen Tag über offen. Wenn die Tiere Hunger haben, können sie jederzeit im Stall an die Futterraufen.“ Am Abend kommt ein Vereinsmitglied und  treibt alle Tiere nach drinnen. Morgens werden sie wieder raus gelassen. Die Idee dahinter? In der Nacht, wenn die Ratten hauptsächlich unterwegs sind, finden sie kein Futter in den Außengehegen, erklärt der Vereinsvorsitzende. 

Schulhühner im Himmelsgarten

Das bedeute mehr Arbeit für die Betreuer der Tiere, die große Unterstützung von Lehrern und Schülern der Friedensschule erhalten. Diese haben sogar eigene Schulhühner in der Zuchtanlage des Vereins und im Himmelsgarten untergebracht und übernehmen ebenfalls Fütter- und Kontrolldienste im Himmelsgarten. „Das funktioniert ganz prima“, freut sich Wolfgang Schilling über die Zusammenarbeit. Er appelliert an alle Gäste des Himmelsgartens: „Bitte füttert die Tiere nicht, denn das lockt gleichzeitig auch wieder die Ratten an.“

Riesenhuhn und rote Kappe

Wer sich derzeit alles in den Gehegen tummelt? Fränkische Landgänse, weiße Pommerngänse, Laufenten und Hühner gehören zu den Bewohnern der Tiergehege. Ein großer Brahma-Hahn stolziert mit seinen Hennen durchs Gehege, ein Stück  weiter tummeln sich Hahn und Hühner der englischen Rasse Redcap mit markantem rotem Kamm im Gras. Zudem wohnt ein Pfauenpaar auf dem Gelände. Die Vereinsmitglieder möchten noch Schilder mit Kurzinfos zu den Tieren am Zaun anbringen. Auf Ziegen, Hasen und Kaninchen zum Streicheln verzichte der Verein absichtlich. Einerseits fütterten Besucher diese Tiere besonders gern. Das könne die Tiere krank machen und das Rattenproblem wieder entfachen. Andererseits möchte der Verein immer einige Gehege zum Wechseln der Tiere leer stehen haben, damit sich der Boden in den anderen Gehegen erholen kann. „So haben die Tiere immer frisches Gras, die Anlage bleibt grün“, erläutert der Vereinsvorsitzende. Wenn das Gras hoch genug stehe, wolle der Alpakahof Kaut wieder einige Alpakas in den Himmelsgarten bringen, erklärt Walter Schock, Vorsitzender des Gmünder Kreisverbandes der Kleintierzüchter. Die Tiere sollen bis zum Krautfest im Herbst in der Anlage bleiben. Über den Winter kommen sie in die Anlage des Rehnenhofer Kleintierzuchtvereins und nicht in den Kochtopf, wie Wolfgang Schilling versichert.

Bitte füttert die Tiere nicht!“

Wolfgang Schilling,, Kleintierzuchtverein Rehnenhof

Parkautomaten für Wetzgau sind bestellt

Entstanden ist der Landschaftspark in Wetzgau zur Landesgartenschau 2014. Neben den Tiergehegen gibt's Attraktionen wie den Himmelsstürmer-Turm, eine Spielgolf- und eine Kletteranlage, einen Dinosauriergarten, einen Wasserspielplatz und eine Kugelbahn durch den Wald. Der Eintritt zum Himmelsgarten ist frei. In Kürze sollen Parkautomaten installiert werden. Wer mit dem Auto kommt, muss dann ein Ticket lösen. Es gibt laut Stadtsprecher Markus Herrmann derzeit allerdings auch bei den Parkautomaten Lieferschwierigkeiten. me

Kleintierzüchter im Himmelsgarten
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