Widerstand gegen Kongress im Schönblick wächst

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Die Kampagne der Fraueninitiative.
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Gegner kündigen Demonstration am 22. Oktober auf dem Marktplatz an.

Schwäbisch Gmünd. Immer mehr Organisationen schließen sich dem Protest gegen den Kongress „Leben Würde“, der von 21. bis 23. Oktober im Schönblick ablaufen soll, an. Initiiert wurde die Kampagne von der Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd. Deren Sprecherin Ann-Katrin Lauer kritisierte in einem Pressegespräch erneut den Kongress, der vom Schönblick und vom Bundesverband Lebensrecht organisiert wird. Dieser Verband sei Dachverband der sogenannten Lebensschutz-Organisationen, denen Lauer eine christlich-fundamentalistische und zutiefst frauenfeindliche Einstellung vorwirft. In deren Mittelpunkt stehe der Kampf gegen Schwangerschaftsabbrüche. Die Lebensschutz-Organisationen seien in Deutschland seit Jahren auch mit extrem rechten Vereinigungen verwoben. Um breitere Akzeptanz in der Mitte der Gesellschaft zu bekommen, habe der Dachverband sein Spektrum erweitert, wende sich nun gegen Themen wie Sterbehilfe, Pränataldiagnostik oder Organspende.

Dagegen stellt sich die von der Fraueninitiative angestoßene Kampagne „Keinen Schritt zurück“ mit mehreren Veranstaltungen in Gmünd. Im Zentrum steht eine Kundgebung am Samstag, 22. Oktober, ab 11 Uhr auf dem oberen Marktplatz. Unterstützt werde die Kampagne außerdem von Organisationen aus anderen Städten, zum Beispiel Stuttgart, Ludwigsburg und Schwäbisch Hall.

Auf der Rednerliste

Zu den beteiligten Gruppen gehört auch das Gmünder Frauenforum. Dessen Vertreterin Karin Stroh warnte davor, dass Frauen als Reaktion auf die Arbeit des Lebensschutz-Dachverbands wieder um längst sicher geglaubte Rechte kämpfen müssten. Giulia Borca von der Jugendantifa kündigte Informationsveranstaltungen an, um über die eigentlichen Anliegen der „Lebensschützer“ aufzuklären.

Den Widerstand der Gruppe „Fridays for future“ kündigte Madlen Kurt an, schließlich stünden auf der Rednerliste des Kongresses auch Leute, die den Klimawandel leugneten. In Gmünd solle es „keine Bühne für eine fundamentalistische Aktion geben.“ Kirsten Helmecke als Sprecherin des Bündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“ prangerte beim „Lebensschützer“-Kongress eine „Verharmlosung des Nationalsozialismus“ an.

Schönblick-Geschäftsführer Martin Scheuermann hatte eingeräumt, dass der Kongress „ein polarisierendes Thema“ habe. Im Zentrum stehe das Anliegen, „das Leben zu schützen“.

An der Kampagne gegen den Kongress beteiligt sind bisher: Aids-Hilfe Schwäbisch Gmünd; Rainbow Refugees Schwäbisch Gmünd; Frauenforum Schwäbisch Gmünd; Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ Schwäbisch Gmünd; Fridays for future Schwäbisch Gmünd; Jugendantifa Schwäbisch Gmünd; Jugendkulturinitiative Esperanza Schwäbisch Gmünd; Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd; Solidarität International e. V. Schwäbisch Gmünd; Die Linke Ortsverband und Kreisverband Schwäbisch Gmünd; SPD Ortsverband und Kreisverband Schwäbisch Gmünd; Jusos Ostalb und Bündnis 90/Die Grünen Ortsverband Schwäbisch Gmünd. ⋌

⋌⋌Wolfgang Fischer

Info zur Kampagne: www.keinenschrittzurueck.org.

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