Editorial

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Michael Länge zum Wahlkampf in Corona-Zeiten – im Frühjahr im Land und im Herbst im Bund.

Mit der Landtagswahl im März und der Bundestagswahl im September stehen unsere Leser und die Redaktionen der Gmünder Tagespost und der Schwäbischen Post vor zwei Wahlen in Corona-Zeiten. Corona macht den Wahlkampf schwieriger: für die Kandidaten, die nicht zu großen Veranstaltungen laden können oder wollen. Für die Bürger, die nicht zu großen Veranstaltungen gehen können. Für die Medien, die nicht über große Veranstaltungen berichten können. Die Gmünder Tagespost und die Schwäbische Post wollen deshalb mehr denn je für ihre Leser die politischen und inhaltlichen Unterschiede der Kandidaten sichtbar machen. Wir veröffentlichen ihre Pressemitteilungen - in Wahlsplittern kompakt und auf den Punkt gebracht. Wir berichten über Veranstaltungen mit politischer Prominenz - ob analog oder digital. Und wir stellen den Kandidaten für einen Schwäpo- und GT-Wahlhelfer Fragen. Dieser bietet den Lesern einen Überblick, was und wie die Kandidaten denken. Die Fragen richten wir an alle Kandidaten der aktuell im Landtag und im Bundestag vertretenen Parteien. Also auch an die der AfD, über deren Beobachtung durch den Verfassungsschutz aktuell diskutiert wird. Als unabhängige Zeitung werden wir mit der AfD umgehen, wie wir mit allen anderen Parteien umgehen. Ein Beispiel: Wir berichten objektiv, dass Alexander Gauland den Nationalsozialismus für einen "Vogelschiss der Geschichte" hält. Wir distanzieren uns in subjektiven Kommentaren klar von einer solchen Haltung. Auf diese Weise wollen wir dem Leser ermöglichen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Diese Verfahrensweise galt – und gilt – auch für Anzeigen. In der Vergangenheit, als die Linke durch den Verfassungsschutz beobachtet wurde. Und heute für die AfD. Wir erläutern dies, weil wir heute schon wissen: Wenn unsere Zeitungen Anzeigen der AfD veröffentlichen, werden wir dafür kritisiert werden. Uns wird unterstellt werden, wir täten dies des schnöden Mammons wegen. Dem aber ist nicht so, wenngleich auch ein Verlag wie unserer unter Corona leidet. Sondern es ist vielmehr so: Wir bleiben bei Gauland. Nennt er den Nationalsozialismus einen "Vogelschiss der Geschichte", so provoziert er damit. Er erreicht einen Aufschrei der Empörung. Daraufhin bekundet die AfD, dass Gauland es nicht so gemeint hat, wie er es gesagt hat. Sie relativiert seine Aussage. Die Empörung lässt nicht nach. Weshalb Alexander Gauland und die AfD sich schließlich zum Opfer machen. Dies ist das gängig-bekannte Muster der AfD: Provokation, Relativierung, Opferrolle. Würde unser Verlag rechtlich nicht zu beanstandende Anzeigen der AfD ablehnen, weil sie von der AfD kommen, befände sich die AfD im Nu wieder in der Opferrolle. Diesen Gefallen wird unser Verlag der AfD nicht tun.

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