Wildtiere ziehen jetzt ihre Nachkommen groß

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Zur Zeit sind Wald und Wiese oft Kinderstube für den Wildnachwuchs. Im Bild eine Rehgeiß mit Kitz.

Naturschutz Jägervereinigung appellieren vor allem an Hundehalter - für Wiesen gilt jetzt das Betretungsverbot.

Schwäbisch Gmünd. Die Jägervereinigung Schwäbisch Gmünd appelliert über ihren Pressesprecher Werner Rupp dringend an Waldbesucher und Hundebesitzer. Sie werden um erhöhte Vorsicht und Rücksichtnahme beim Aufenthalt in Wald und Flur gebeten, besonders beim Ausführen der Hunde, denn diese gehören von Geburt an und sind sie auch noch so klein, vom Instinkt her, zu den Hauptfeinden der wild lebenden Tiere.

„Die allermeisten Hundebesitzer verhalten sich vorbildlich“, bestätigt der Sprecher der Jägervereinigung. Deshalb befürworte man auch einen geplanten Hundeführerschein, um so vor allem die wenigen Unverbesserlichen zu erreichen.

Immer wieder kommt es zu Konflikten zwischen der Jägerschaft und Hundebesitzern. Der Hauptgrund dafür ist, dass unkontrolliert frei laufende Hunde, durch Wald und Wiesen stöbern. Das ist für die Landwirte ärgerlich, denen das Futter niedergetrampelt wird. Und es ist gerade jetzt, während der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit von vielen Bodenbrütern und Wildtieren für deren Nachwuchs leider oft tödlich. „Sind Hunde im Wald und auf den Wiesen mit tiefer Nase zu sehen, ist Gefahr im Verzug“, wissen die Jäger. Ohne direkten Einwirkungsbereich von Frauchen oder Herrchen stöberten diese Hunde das Wild auf, hetzen es bis zur völligen Erschöpfung und im Extremfall reißen die Hunde sogar das völlig geschwächte junge Wildtier oder verletzen es so schwer, dass es erst nach Tagen verendet.

Die unvernünftigen Hundebesitzer wollten das meist nicht glauben. „In der Regel kommen dann Schutzbehauptungen wie etwa: Mein Hund hat das noch nie gemacht. Oder er würde so etwas nie machen“, weiß Werner Rupp. Denn die wenigsten Hundebesitzer seien direkt dabei, wenn aus dem Liebling ein Raubtier wird und die Lust aufs Beutemachen im Vordergrund steht, während Frauchen oder Herrchen sich die Lunge aus dem Laibe schreien.

Die Jägervereinigung erinnert: Grundsätzlich gilt in Baden-Württemberg zwar ein freies Betretungsrecht für den Wald und es gibt auch keinen Leinenzwang für Hunde. Entscheidend ist jedoch, dass der Hund nur frei laufen darf, wenn er auch sicher ohne Leine unter Kontrolle zu bringen ist. Läuft ein unfolgsamer Hund frei, begeht sein Besitzer eine Ordnungswidrigkeit.

Außerdem gilt grundsätzlich ein Betretungsverbot für Wiesen und Feldern in der Vegetationszeit. Dies gilt für die Nutzzeit der landwirtschaftlichen Flächen - also zwischen Anfang März und Ende Oktober.

Eine gegenseitige Rücksichtnahme und Beachtung verschiedener Verhaltensregeln ermöglicht es allen Beteiligten ein harmonisches Miteinander, appellieren die Jäger und erinnern, „Tierschutz endet nicht beim eigenen Vierbeiner“.

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