Winterdienst: Einsatz beginnt um drei Uhr

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Winterdienstleiter Hermann Hieber (li.) und Baubtriebsamtsleiter Benedikt Stegmaier sind für den Schneeräumdienst in Gmünd gut vorbereitet.
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Mit Schneepflügen, Unimogs, aber auch von Hand räumen 95 städtische Mitarbeiter den Schnee.

Schwäbisch Gmünd

Der Wintereinbruch mit regem Schneefall vergangene Woche war die Feuerprobe für die 95 Mitarbeiter des Gmünder Baubetriebshofs, die dem Schneeräumdienst im Winter 2021/2022 zugeteilt sind. Sie waren parat und gaben ihr Bestes. Die einen hinterm Lenkrad der insgesamt zwölf Großfahrzeuge, die anderen am Steuer der neun Kleinfahrzeuge und Schlepper. Und die, die mit der Schneeschippe von Hand die Gehwege und Bereiche bei den Kindergärten, Schulen, Ämtern, Grünflächen oder auch Friedhöfen und Co, sprich, der städtischen Immobilien und Flächen räumten. Ein Knochenjob allemal. Denn es gilt, Buslinien, Ortsdurchfahrten, Industrie- und Gewerbegebiete sowie Haupterschließungsstraßen in Wohngebieten, den Herlikofer Berg, die Buchauffahrt, den Mutlanger Berg bis zum „Tabula“ und unter anderem die Franz-Konrad-Straße zu räumen. Parallel dazu räumen die Kollegen von der Straßenmeisterei des Kreises, mit denen man in Kontakt steht.

Fünf Bezirksmeister und ein Einsatzleiter sorgen dafür, dass der Schnee möglichst schnell von Fahrbahnen oder Gehwegen verschwindet. Doch Hermann Hieber, dem der Winterdienst im Gmünder Baubetriebsamt unterstellt ist, macht klar: „Wir können nicht zaubern.“ Gemeint ist, dass bei andauerndem Schneefall auch bei den Autofahrern Geduld angesagt ist. „Eine Tour dauert zwischen zwei und drei Stunden. Zwischen 50 und 70 Kilometer werden hier gefahren. Und wenn es Dauerschnee gibt, kann man nach der Tour gleich wieder von vorne beginnen.“

Seit 15. August 2021 ist Benedikt Stegmaier der neue Chef im Baubetriebsamt. Und er freut sich, dass er sich auf seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verlassen kann. „Eine gute Truppe.“ Gemeint ist da nicht nur der Winterdienst, sondern beispielsweise auch die Mitarbeiter in der Werkstatt. Auch hier gibt es den Bereitschaftsdienst, der sich um defekte Fahrzeuge kümmert. Wenn es sein muss, über Nacht, damit ab drei Uhr wieder Schnee geräumt werden kann. Nur zwischen 23 Uhr und drei Uhr wird nicht geräumt, erklärt Hermann Hieber. „Außer auf Anweisung.“ Gemeint ist, dass sich die Polizei beispielsweise meldet, wenn ein Lastwagen an der Buchauffahrt nachts Probleme hat mit dem Schnee. Auch hier greift die Bereitschaft, die stets erreichbar ist. Auch zu nachtschlafender Zeit. „Das sind dann die, die uns auch mal loben“, beschreibt Hieber nüchtern. Denn meist, wenn das Telefon klingelt, gibt es Beschwerden. „Aber wir können nicht überall gleichzeitig Schnee räumen“, erinnert er an das große Einsatzgebiet, das in fünf Bereiche unterteilt ist. Was auch Kummer macht ist die Tatsache, dass immer mehr Baugebiete, Gewerbegebiete und etwa eine erneute Erweiterung des Industriegebiets auf dem Gügling entstehen. „Aber die Zahl unserer Einsatzfahrzeuge im Winterdienst wächst nicht.“

Man war auf den Wintereinbruch bestens vorbereitet. „Es war klar, dass es am Montagabend mit schneien anfängt“, beschreibt Hieber. Rund 2700 Tonnen Salz lagern seit geraumer Zeit im Baubetriebshof. Denn das wird immer im Mai eingekauft. Sprich, wenn andere vom Frühlingserwachen träumen, kauft Hieber das Streusalz ein. „Zu dieser Zeit ist es 30 Euro auf die Tonne billiger als jetzt“, erklärt er. Was wiederum nicht gelagert werden kann ist das Magnesiumchlorid, im Volksmund, das Flüssigsalz. Das kostet immer gleich und wird auf dem Mischer des Einsatzfahrzeugs dazugegeben. Der Fahrer entscheidet selbst die Mixtur. Bei „normalem“ Schnee gibt’s Trockensalz, bei Glatteis das flüssige. Von den 2700 Tonnen Salz wurden bislang 100 Tonnen verbraucht.

Der erste Einsatz ist geschafft.

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