Wo Gemüse und Gemeinschaft wachsen

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Ein paar Obststräucher haben genügt, um den Naschgarten bei der Rems in Waldhausen zum beliebten Haltepunkt zu machen. Nun soll dort eine Fläche für Urban Gardening entstehen, an dem sich Bürger beteiligen können.
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Beim Naschgarten in Waldhausen soll eine Fläche für Urban Gardening entstehen, an der sich Interessierte beteiligen können. Die Verwaltung sammelt über den Winter Ideen.

Lorch-Waldhausen

Eine Brombeerranke, ein Träublesbusch und ein Stachelbeerstrauch reichen, um in Kontakt zu kommen. Und um Größeres entstehen zu lassen. Ersteres hat Sieghart Dreher erlebt, nachdem er den Naschgarten am Radweg Richtung Remsmittelpunkt in Waldhausen initiiert hat. Jeder, der dort vorbeikommt, kann sich ein paar süße Beeren pflücken, naschen eben. Bürgermeisterin Marita Funk ist begeistert. "Im Sommer hat es mich persönlich sehr gefreut zu sehen, wie Radfahrer und Besucher des Remsmittelpunkts beim Spaziergang von dieser Möglichkeit rege Gebrauch gemacht haben."

Vor Jahren schon hatte Sieghart Dreher die Idee zum Naschgarten. Beim evangelischen Kirchengemeinderat sei sein Vorschlag, entsprechende Sträucher beim Gemeindehaus in Waldhausen anzupflanzen, jedoch "auf taube Ohren gestoßen". Umso mehr freut er sich nun, dass die Verwaltung den Platz beigesteuert hat, außerdem ein Rankgerüst für die Brombeerpflanze. Und den passenden Namen. Den "Naschgarten" habe sich Hauptamtsleiter Oliver Tursic ausgedacht, "und dem entspricht's ja auch", sagt Dreher. Aber nicht nur. Denn der Naschgarten verbindet auch. Immer, wenn Sieghart Dreher sich um die Pflanzen gekümmert hat. hatte er in der Regel auch schnell Gesellschaft von Passanten, die auf ein Schwätzle bei ihm Halt machten, erzählt er vom Sommer. Jetzt möchte er den Naschgarten gern weiterentwickeln. Und ist damit beim Größeren.

Vorbild "essbare Stadt"

Ein Ausflug mit seiner Frau nach Andernach hat Dreher drauf gebracht, denn dort gebe es "die essbare Stadt", eine Fläche in der Innenstadt, auf der Bürger Gemüse, Obst und Blumen angepflanzt haben. So hat er die Idee vom "Urban Gardening", wie es beispielsweise auch in Heubach bereits praktiziert wurde, an die Lorcher Verwaltung herangetragengetragen, "denn ohne Stadt geht's nicht", sagt Dreher. Die Verwaltung habe sich beispielsweise bereit erklärt, das vorgesehene Gelände einzuzäunen, damit nicht etwa Hunde durchs Gemüse laufen. Das könnte auf einer etwa zehn auf 20 Meter großen Fläche wachsen, wo jetzt noch Rasen ist, sagt Funk. Der Grund könnte nach und nach genutzt werden, "je nachdem, wie viele Interessierte sich melden".

Ideen sammeln

Die Zeit in der Natur, die aktive Gestaltung und auch das Miteinander stehen im Fokus.

Marita Funk, Bürgermeisterin

Wie es genau laufen könnte mit dem Urban Gardening in Waldhausen, dazu sollen nun über den Winter Ideen zusammengetragen werden. Bei einem ersten Treffen Ende September nach einem Aufruf im Amtsblatt sei zur Sprache gekommen, einen "öffentlichen Bereich" herzustellen und einzelne Parzellen für Interessierte am Urban Gardening vorzusehen, sagt Funk. "Wobei der Garten insgesamt gesehen für die Allgemeinheit zugänglich sein wird." Angedacht sei, dass die jeweiligen Interessierten die Gartenfläche "allein und auch gemeinsam in der Freizeit gestalten".

Es gehe um die Freude daran, die Pflanzen gedeihen und wachsen zu sehen und später gegegebenenfalls frisches Gemüse ernten zu können, meint die Bürgermeisterin. "Die Zeit in der Natur, die aktive Gestaltung und auch das Miteinander stehen im Fokus." Sie sei gespannt, wie groß die Bereitschaft der Bürger ist, sich zu beteiligen. Von der Verwaltung sei Ilonka Aigner, die in der Stadt gärtnerisch arbeitet, mit im Boot und "sprudelt hier vor Tatendrang".

Ideen beisteuern zum Urban Gardening können Interessierte per E-Mail an: info@stadt-lorch.de

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