Wo Goldhase und Einhorn in Gmünd zuhause sind

+
Küstner in seiner Galerie Foto: tom
  • schließen

Am Hotel Einhorn eröffnet am Freitag eine Kunstgalerie. Uwe Küssner will Gmünder Künstlern Forum bieten.

Schwäbisch Gmünd. Küssner malt. Diese Schrift ziert eine rote Ape und gehört seit Jahren zum Stadtbild. Küssner stellt aus. So könnte das neue Logo heißen. Am Freitag eröffnet Uwe Küssner, Designer und Künstler, eine Galerie in der Rinderbacher Gasse. Dafür stehen ihm nun die Räumlichkeiten an der Passage des Hotels Einhorn zur Verfügung. Statt wie früher Wein sehen Besucherinnen und Besucher nun Kunstwerke. Zum Auftakt zeigt Uwe Küssner eigene Werke aus den vergangenen Jahren. 

„Es ist vermutlich das einzige Hotel, das Einhorn heißt und in dem man ein Einhorn kaufen kann“, sagt Küssner. Gemeint sind auf Metall gearbeitete Einhörner aus einer Mischung von Stein und Kunstharz, Garderobenhaken der künstlerischen Art. Sie sind Erinnerung an seine Zeit als Gestalter nach dem Studium an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd. Sich nun als Galerist zu engagieren, das hatte Uwe Küssner zunächst nicht vor. Hotel-Inhaber Dr. Dieter Streit hat ihn angesprochen,  um den Raum weiterhin als belebten Ort zu etablieren. Zu sehen gibt‘s ab Freitag Uwe Küssners Bilderwelt, immer getragen von einem Schuss Ironie. Der Goldhase, den man gewöhnlich im Lebensmittelmarkt  findet, spielt dabei eine Rolle. Eine ganze Bilderreihe widmet sich dem Thema. Und das verdankt er seiner Abneigung gegenüber Schokolade. Küssner erinnert sich. „Der Riesen-Goldhase stand lange Zeit auf meinem Schreibtisch. Als es mir beim Telefonieren mal langweilig geworden ist, habe ich den gezeichnet. Dann hat er mir so gut gefallen, dass er zum Bildinhalt weiterer Werke wurde.“ Immer angelehnt an berühmte Werke. Küssner baut den Hasen in ein Szenenbild aus Alfred Hitchcocks „Der unsichtbare Dritte“ von 1959 ein. Oder in ein Werk der Meister des surrealistischen Films, Luis Bunuel und Salvador Dali, von 1929: „Der andalusische Hund“. Auch die Moderne muss herhalten. Ganz in der Manier Roy Lichtensteins verpasst er dem Hasen ein Wort-Bild. 

Uwe Küssner will die Galerie-Räume aber nur zum Start selbst belegen. Dann sind andere Künstlerinnen und Künstler an der Reihe. Mit Freunden aus dem Gmünder Kunstverein ist er im Gespräch. 

Die Malerei wurde Uwe Küssner in die Wiege gelegt. Schon der Großvater war Künstler „und ich male, seit ich 16 Jahre alt bin“. Aufgewachsen im Raum Esslingen, ist er längst zum Gmünder geworden. Das liegt an der Hochschule für Gestaltung. „Ich habe dort studiert und bin hier hängen geblieben.“ Parallel zu seiner anschließenden Tätigkeit als Gestalter spielte immer die Kunst mit. Mit Otto Geberzahn stellte er im Gmünder Kunstverein aus, im Königsturm kennt er nach zwei in luftiger Höhe installierten Ausstellungen jede Stufe. Und regelmäßig sind seine Werke bei der Ausstellung „Querschnitt“ des Kunstvereins zu sehen. 

„Küssnermalt“ heißt deshalb auch die neue Galerie in der Rinderbacher Gasse 10. Eröffnung ist am Freitag, 22. Juli, ab 16 Uhr. Die weiteren Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag ab 16 Uhr und nach Vereinbarung unter der Nummer 0176/20452759.

⋌Kuno Staudenmaier

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

Kommentare