Guten Morgen: Gerhard Königer über die Freuden und Gefahren eines echten Sammlers

Wo ist mein Schatz?

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Das Leben ist viel zu kurz, sagte kürzlich ein Freund. Er muss es wissen, er besitzt eine respektable Sammlung Zollstöcke und hat jede Menge Material, um genau nachzumessen. Zollstöcke sind durchaus reizvoll, weil ausklappbar, doch ich bleibe trotzdem bei meinen Briefmarken. Die sind leichter zu lagern als die Oldtimer eines entfernten Verwandten, der jetzt die zweite Scheune anmieten muss, um seine rostigen Schätze unterzustellen.

Bei objektiver Betrachtung im persönlichen Umfeld komme ich zu der Erkenntnis, dass Sammeln eine typisch männliche Eigenschaft ist. Frauen geht der Sinn dafür völlig ab. Vermutlich ein Relikt aus der Zeit, als der Mann Jäger und Sammler war und die Frau die Höhle aufräumen musste. Jedenfalls häufen sich die Klagen von Männern im Bekanntenkreis, deren Bierkrug-, Zinnsoldaten-, Kronkorken-, Schallplatten- oder Überraschungseifigurensammlung ernsthaft in Gefahr geraten ist. Ich vermute, in ihrer Höhle macht sich der Einfluss der Aufräumexpertin Marie Kondo bemerkbar.

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