Zahngold aus Gmünd bringt 5000 Euro

  • Weitere
    schließen
+
Sybille Roth (v.li.), Dieter Strobel und Hanga Gelli (re.) freuen sich über die 5000-Euro-Spende der Freien Zahnärzte Dr. Matthias Kemmer, Dr. Georg Feuerle, Dr. Ingwert Tschürtz, Dr. Norman Geiger und Dr. Jürgen Tobias aus dem Altkreis Gmünd für die Sozialberatung im Milchgässle 11 in der Stauferstadt.

Freie Zahnärzte aus dem Altkreis Gmünd unterstützen die Sozialberatung.

Schwäbisch Gmünd. „Uns brauchen Sie nicht zu danken, die Spenden kommen von unseren PatientInnen. Wir sind nur die Vermittler“, versichern die Zahnärzte bei der Scheckübergabe. Jedes Altgold, das in der Scheideanstalt landet und dann bepreist wird, stammt von denen, die es einst im Mund hatten. Dennoch bedanken sich Sibylle Roth, geschäftsführender Vorstand, und Fachbereichsleiterin Hanga Gelli von der Sozialberatung Schwäbisch Gmünd bei den Zahnärzten. Denn würden sie ihre Patienten nicht dazu animieren, ihr Altgold zu geben, wären die 5000 Euro an Spenden nicht zustande gekommen. Wobei die 18 ZahnärztInnen mehrfach betonen, dass sie sich über weitere Kollegen im Verbund freuen würden, die sich an dieser bereits traditionellen Art der Spende beteiligen. Denn seit 2007 gibt’s Schecks für soziale Einrichtungen in der Region. Und es gibt insgesamt rund 140 Zahnärzte im Altkreis Gmünd.

Was mit diesem Geld unterstützt wird, ist vielfältig. Denn die Sozialberatung bietet sowohl ein niedrig- als auch ein höherschwelliges Angebot im Bereich der Suchthilfe. Dazu gehört etwa die Drogenberatungsstelle, die psychosoziale Betreuung Substituierter, die ambulante Suchttherapie, Präventionsangebote und die Behandlungsaufgabe Sucht. Auch der Kontaktladen „LiM!t“, der Drogenabhängigen ohne große Hürden einen schnellen Kontakt zu den Fachkräften und dem Suchtkrankenhelfer ermöglicht.

Schnelle Hilfe im Milchgässle

Die Kontakt- und Anlaufstelle im Milchgässle 11 bietet einen Aufenthaltsraum, Krisenintervention, Artikel zum Schutz gegen Krankheiten. „Etwa Spritzentausch“, erklärt Sibylle Roth. Der Drogenkonsument erhält seine gebrauchten Spritzen eins zu eins ausgetauscht. So will man verhindern, dass Abhängige untereinander Spritzen tauschen und diese mehrfach verwenden, schildert Roth. Im Milchgässle gibt es auch Duschen, Waschmaschine und Trockner. Seit 2007 wird zudem eine warme Mahlzeit angeboten, die seit 2013 selbst zubereitet wird. „Im Schnitt essen hier täglich zwölf bis 15 Personen“, berichtet Hanga Gelli. Beim ersten Lockdown musste dieses Angebot gestrichen werden, doch dafür gab es Lunchpakete. Mittlerweile können vier Personen gleichzeitig, an Einzeltischen mit Sicherheitsabstand, dort ihre Mahlzeit einnehmen. „Dafür haben wir die Essenszeiten von 12 bis 14 Uhr ausgeweitet“, beschreibt Gelli. Da die Mahlzeiten für 1,70 Euro ausgegeben werden, sind sie bei weitem nicht kostendeckend, wie Sibylle Roth vorrechnet. Auch hierfür sei die Spende also äußerst nötig.

Dem Verbund der spendenden Zahnärzte gehören an: Dr. Karin Class, Dr. Ulrich Class, Dr. Holger Veitinger, Dr. Steffen Dosch, Dr. Markus Endt, Dr. Norman Geiger, Dr. Hansjörg Hudelmaier, Dr. Efthimios Karinos, DDS Spyridoula Kontogeorgou, Dr. Matthias Kemmer, Dr. Mirjam Kümmel, Dr. Johannes Möll, ZA Gerald Nitschke, Dr. Erhard Raub, Dr. Jochen-Timo Risel, Dr. Constance Schwarzkopf-Streit, Dr. Georg Feuerle, Dr. Jürgen Tobias und Dr. Ingwert Tschürtz. Anja Jantschik

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL