Zu Gmünds Diskussion über das Schulessen: Wohlstandssorgen

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Gmünds Diskussion über das Schulessen.

Viele Freunde, das weiß ich, werde ich mir mit diesen Zeilen nicht machen. Der soll sich, werden mir die einen sagen, den moralischen Zeigefinger sparen. Es geht, werden andere sagen, um gesundes Essen und gesunde Ernährung. Dritte werden auf den Nutzen von weniger Fleisch fürs Klima verweisen. Bei vierten wird nur noch Empörung laut werden, wurzelnd im Egoismus.
Worum es geht: Die Stadt Gmünd will die Schulverpflegung wieder in eigener Regie organisieren. Und so die Qualität des Essens verbessern, Regionalität und Bio steigern, saisonale Angebote machen, weniger Fleisch anbieten.
Der Ansatz ist gut. Nicht so sehr die Stimmen dazu im Gemeinderat. Und in der Öffentlichkeit. Gibt's auch Veganes? Das Essen muss schmecken. Mädchen wollen Salatteller. Ist auch die Schulgemeinschaft ausreichend eingebunden? Und nicht zuletzt die Eltern?
„Wir wollen, dass für jeden etwas dabei ist.“ Antwortet der zuständige Bürgermeister Christian Baron zusammenfassend auf solche Stimmen. Der Schwabe sagt dazu: Mr ko ed noch älle Mugga schlaga.

Allen Ernstes, wer einmal in die Augen von Kindern in den Blechcontainern im einstigen Erdbebengebiet Nordarmeniens geschaut hat, wenn sie und ihre Eltern ein Lebensmittelpaket mit Nudeln, Öl, Linsen, Tee, einem Hühnchen und vielleicht einem Stückchen Schokolade bekommen, der redet so nicht mehr. Von der aktuellen Not in der Ukraine ganz zu schweigen. Sondern er empfiehlt, einfach die Linsen und Spätzle zu essen, mit oder ohne Saitenwürstchen. Und den Salat, den gibt's dann abends zuhause. Michael Länge

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