Zwiespältige Wetterbilanz

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Hochwasser Juni 2021

Das Jahr 2021 ist in Gmünd ein Grad kälter als 2020, außerdem wird das Regensoll fast erreicht.

Schwäbisch  Gmünd

Das Wetter im Jahr 2021 war insgesamt recht durchschnittlich, brachte aber auch außergewöhnliche Wetterextreme mit katastrophalen Folgen. So fasst der Gmünder Wetterexperte Martin Klamt seine Beobachtungen des vergangenen Jahres zusammen.

Temperaturrekorde bleiben aus

Nachdem 2020 das dritt wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen war, gab es „zum Glück 2021 keine neuen Temperaturrekorde und wenigstens ausreichend Niederschlag“. Die Wälder erholten sich etwas von der Trockenheit der drei vorangegangenen Jahre. Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands zeigte live die Folgen des Klimawandels, die, wie Klamt sagt, jeden treffen können.

Der Jahresverlauf war geprägt von nur kurzen Kaltluftvorstößen im Winter mit heftigen Schneefällen und extremen Frösten in der Mitte des Landes. Nach einem Frühsommertrip Ende März folgte einer der kältesten Aprilmonate seit 39 Jahren. Der Juni war der viertwärmste bisher, es folgten Starkregenfälle, vor allem im Juli, ehe im September Spätsommerfeeling aufkam. Trüb ging es dann durch den Herbst.

April und Mai deutlich zu kalt

2021 betrug die Jahresdurchschnittstemperatur 9,9 Grad, ein ganzes Grad tiefer als 2020. Gegenüber der Norm von 1961 bis '90 war es 1,2 Grad zu warm, aber im Vergleich zu 1981 bis 2010 durchschnittlich. In Schwäbisch Gmünd waren 2021 nur die Monate Februar, Juni, September und Dezember deutlich zu warm, April und Mai waren deutlich zu kalt.

Im vergangenen Jahr fielen nach 799 Millimetern im Jahr 2020 insgesamt 943 Millimeter Niederschlag, das waren nach 83 Prozent 2020 nun immerhin 98 Prozent der Norm, berechnet Klamt. Sehr nass waren die Monate Januar, Mai, Juni, Juli und der Dezember. Deutlich zu trocken - mit weniger als der Hälfte der Norm an Niederschlägen - waren die Monate April und der September, der der trockenste seit 62 Jahren war.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 168 Niederschlagstage nach 148 Tagen im Jahr 2020, davon 31 Mal Starkniederschlag mit mehr als 10 Millimetern (2020 waren es 25 Starkniederschlagstage). Heuer lag der Juli mit neun Starkniederschlagstagen an der Spitze. Die größte Tageshöhe des Niederschlags wurde am 23. Juni mit knapp 60 Millimetern gemessen.

Erster Sommertag im März

Die mittlere tägliche Höchsttemperatur lag 2021 bei 15,0 Grad Celsius, 1,5 Grad niedriger als 2020. Die absolut höchste Temperatur wurde gegangenen Jahr mit 33,8 Grad Celsius am 17.Juni gemessen. Insgesamt gab es 118 Frühlingstage (20 Grad Höchstwert und mehr), nachdem 2018 ein Rekord von 165 Frühlingstagen erzielt wurde. Es waren nur vier Tage mehr als gewöhnlich. Bei den Sommertagen (Höchsttemperatur 25 Grad und mehr) gab es 56 statt 49 Tage, weit unter dem Rekord von 2003 und 2018, als 92 Sommertage auftraten. Auffällig: Erstmalig seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1950 in Gmünd wurde schon im März ein Sommertag mit 25 Grad Maximum registriert. Bei den heißen Tagen (30 Grad und mehr) gab es neun statt zehn Tage, weit unter dem Rekord von 2003 mit 31 heißen Tagen. Die Zahl der Eistage (Maximum 0 Grad und tiefer) lag mit nur sieben - davon fünf im Februar - deutlich unter der Norm von 15 Tagen, nachdem 2020 Eistage gänzlich fehlten.

Die Sonne schien 2021 nach 2051 Stunden in 2020 nur 1746 Stunden lang, das waren 105 Prozent der Norm. Am längsten schien die Sonne 15 Stunden am 14. Juni. Februar, Juni und September brachten die meisten Sonnenüberschüsse, während im Januar, Mai und August die größten Defizite auftraten.

Die mittlere tägliche Tiefsttemperatur lag bei 5,3 Grad Celsius. Die niedrigste Lufttemperatur wurde am 12.Februar mit -13,1 Grad gemessen. 2021 gab es 82 statt 90 Frosttage. Im April wurde mit 13 Frosttagen ein neuer Rekord aufgestellt.

Hochwasser Juni 2021
Hochwasser Juni 2021

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