Als der Milchlaster Wasser brachte

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Bürgermeister Johannes Schurr an der ersten Station des Geschichtspfads, die schon enthüllt ist: Dort wird die Geschichte rund um den alten Spraitbacher Wasserturm erzählt.
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Geschichtspfad statt Jubelfeier: Was sich Spraitbach in seinem 725. Jahr als Alternative zum großen Dorffest ausgedacht hat - und wie sich die Bürger daran beteiligen können.

Spraitbach

Im Jahr 1296 ist Spraitbach als damals „Spraippach“ erstmals urkundlich erwähnt worden. Folglich ist 1996 ein großes Jubiläum, die 700-Jahrfeier, abgehalten worden. Und damit wäre das 725-Jahr-Jubiläum in diesem Jahr zu feiern gewesen. Die Planungen liefen bereits seit 2019: schön, gemütlich und gemeinschaftsverbindend sollte im Juni ein buntes Drei-Tage-Dorffest auf dem Kohlparkplatz, mit Spiel, Spaß und Unterhaltung gefeiert werden.

Doch im September 2020 mussten die Gemeindeverwaltung rund um Bürgermeister Johannes Schurr und der vom Gemeinderat eingesetzte Festausschuss vor den Inzidenzzahlen kapitulieren. Allerdings wollen weder Schultes noch Gemeinderat oder Festkomitee sich komplett der Pandemie beugen, es wurde nach Alternativen gesucht, die es möglich machen, das Jubiläum in den Fokus der Bürgerschaft zu rücken ohne die Verordnungen zu umgehen.

Erlebbar und begehbar

Verwaltung und Festbeauftragte kamen auf die Idee, „statt einem großen Fest eine Rückschau auf 725 Jahre Spraitbach zu machen“, erklärt Bürgermeister Schurr. Man wolle sich jetzt auf die Geschichte des Ortes konzentrieren und mit einem „Geschichtspfad“ erleb- und begehbar machen. In Anlehnung an die Jubiläumszahl 725 ist geplant an jedem 7. und 25. in den kommenden Monaten an einem besonderen Ort in Spraitbach eine Hinweistafel zu enthüllen, die Einblicke in die Vergangenheit gibt.

Ein bisschen Feierstimmung

Die Macher in Spraitbach wollen sich dabei auf Orte und Stellen konzentrieren, „die es so wie im früheren Original nicht mehr gibt“ oder jetzt zu einem anderen Zweck genutzt werden, erklärt Bürgermeister Schurr. Durch die jeweilige räumliche und die thematische Trennung der einzelnen Stationen, könnten kleine Feierlichkeiten ermöglicht werden. Für jeden Bürger und jede Bürgerin soll im Laufe des Jahres 2021 etwas dabei sein, so dass wenigstens ein bisschen Feierstimmung aufkommen kann, meint Schurr.

Trauriger Auftakt

Der „traurigste Jubiläumsauftakt“ in der Geschichte von Spraitbach fand daher am Dienstag (25. Mai) am ehemaligen Wasserturm zwischen Vorderlintal und Hinterlintal, lediglich mit Bürgermeister Schurr statt. „Eigentlich sollten wir jetzt Sekt trinken, der Musikverein sollte spielen“, bedauert der Bürgermeister. Eine öffentliche Einladung zur Enthüllung der Infotafel am alten Wasserturm hätte aber „eindeutig ein falsches Signal gesetzt“. Das Hinweisschild am ehemaligen Wasserturm birgt jede Menge Hintergrundinformationen, der Leser erfährt, dass der Wasserdruck im Wasserturm aus dem Baujahr 1932 nicht mehr ausreichte.

Wasserversorgung anno 1964

Spraitbachs Trinkwasserversorgung war daher im Jahr 1964 für einige Tage von einem Milchfuhrunternehmen abhängig, das Trinkwasser wurde so von Hönig nach Spraitbach herbeigeschafft. Der alte Wasserturm wurde 1979 durch einen Hochbehälter ersetzt und im Juli 1982 gesprengt.

Dank an Erich Pommerenke

Ein QR-Code an den Hinweistafeln führt auf die Homepage der Gemeinde, hier werden, auch für alle noch folgenden, geschichtsträchtigen Punkte weitere Informationen und Bilder zu finden sein.

Schurrs großer Dank richtet sich an Gemeinderat Erich Pommerenke, der als ehemaliger Geschichtslehrer mit seinem großen Hintergrundwissen zum Geschichtspfad beigetragen hat aber auch an die Vielzahl engagierter Bürger die Informationen liefern konnten. Enthüllung Teil zwei ist für den 7. Juni geplant, die Anzahl der Schaupunkte steht noch nicht fest, „gute Anregungen werden gerne im Rathaus entgegengenommen und geprüft“, meint der Bürgermeister der sich hoffnungsvoll gibt möglicherweise doch die eine oder andere Tafel mit einer kleinen Feier enthüllen zu können. „Wir werden je nach Situation und Lage das Beste aus unserem Jubiläumsjahr herausholen.“

Wir werden das Beste aus unserem Jubiläumsjahr herausholen.“

Johannes Schurr, Bürgermeister

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