Andreas Joos aus Gschwend: Politik war schon immer sein Thema

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Andreas Joas
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Warum sich Andreas Joos unter anderem schon seit über 20 Jahren im Gemeinderat für Gschwend einsetzt und was er über die Kommunalpolitik gelernt hat.

Gschwend. "Schon immer.“ Das würden jugendliche Gschwender wohl auf die Frage antworten, wie lange sich Andreas Joos schon im Gemeinderat engagiert. Dabei ist der Mitgründer der neuen Bürgerliste noch keine 50 Jahre alt.

Andreas Joos stammt vom Reißenhöfle, einem der 84 Gschwender Wohnplätze und lebt heute mit seiner Familie im Teilort Schlechtbach. Politisch interessiert sei er schon immer gewesen, erzählt er - was der legendäre Gschwender CDU-Vorsitzende Hugo Abele offenbar zielsicher erkannt hat. Mit 16 ist Andreas Joos in die Partei eingetreten - was, wie er sich erinnert, alles andere als en vogue war. „Ich musste mir von Gleichaltrigen viel Kritik anhören“, erinnert er sich.

1999, gerade mal 20 Jahre alt, wurde Andreas Joos in den Gemeinderat gewählt. Helmuth Kaufmann war damals noch Bürgermeister und Regina Böhm eine der bedeutenden Persönlichkeiten im Gremium. „Die war meine Lehrerin gewesen und plötzlich sitze ich ihr am Ratstisch gegenüber“, kann sich Andreas Joos noch gut an das seltsame Gefühl des Neuen erinnern.

In den folgenden Jahren hat er viel über Demokratie gelernt. Hat erlebt, „dass für jede noch so gute Idee Mehrheiten gefunden werden müssen“. Und dass das Wohl der gesamten Gemeinde immer das Wichtigste ist. Bürgermeisterin Rosalinde Kottmann sei da ein wirkliches Vorbild gewesen, lobt Andreas Joos - sie habe immer das Beste für die Gemeinde im Blick gehabt.

Andreas Joos hat in 23 Jahren im Gremium zwar wenige Kampfabstimmungen erlebt - Parteipolitik spiele zum Glück auf dieser Ebene keine Rolle, findet er - aber er war durchaus manches Mal anderer Meinung als die Mehrheit. Zur Demokratie gehöre dann, dass man das Ergebnis der Abstimmung trotzdem mittrage, erklärt er.

Als überzeugter Demokrat war Joos 2019 zudem treibende Kraft bei dem Versuch, den Gschwendern zumindest eine echte Wahl zu bieten. Die habe es 2014 nämlich nicht gegeben. Da seien auf den Wahlzetteln für den Gemeinderat gerade mal so viele Namen gestanden, wie es Plätze gab. „Das wollten wir ändern.“ Also hat sich das Gremium engagiert und im Sinne der Demokratie quasi die eigene Konkurrenz organisiert. „Frischen Wind“ in der Kommunalpolitik spüren, sollten die Bürger. 14 Frauen und Männer haben mitgemacht, erzählt Andreas Joos stolz - „eine gute Mischung aus Frauen und Männern“. Immerhin acht davon haben es ins Gremium geschafft.

Dort gehe es aber weiterhin nicht um Fraktionen oder Fraktionsdenken - es gehe um die besten Ideen für die Gemeinde, beschreibt Andreas Joos, was hinter dem Bemühen stand, in jedem Bezirk mehr Kandidaten als Plätze auf der Liste zu haben.

Was nicht einfach ist. Denn längst werde politische Verantwortung leider nicht mehr als Ehre empfunden. Wer sich im Gemeinderat oder im Verein engagiert, ernte selten Anerkennung. „Manchmal denke ich, der Bürger hat selbst schuld, wenn niemand das mehr machen will“, meint Andreas Joos, dessen zweite Leidenschaft der Musik gilt. Von Kindesbeinen an bläst er die Tuba im Musikverein. Wen wundert es, dass er sich auch hier im Vorstand engagiert? Frieder Geiger, den legendären Dirigenten, zählt er zu seinen Vorbildern.

Jede gute Idee braucht Mehrheiten.“

Andreas Joos,, Gemeinderat

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