Begegnung in der virtuellen Welt

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Ganz selbstverständlich arbeiten die Zehntklässler mit digitalen Geräten.
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Was sich hinter dem Schlagwort „Digitalisierung an Schulen“ verbirgt, welchen Einfluss die Corona-Lockdowns hatten und was nach der Pandemie bleiben soll.

Abtsgmünd/Mutlangen

Es ist das Mega-Schlagwort, oft verwendet als Synonym dafür, dass man für die Zukunft gerüstet ist: Digitalisierung. Als Schulleiter erzählen Marco Cataldo vom St. Jakobus-Gymnasium in Abtsgmünd, Alexander Richling von der Hornbergschule in Mutlangen sowie Kristine Lehmann und Bernd Krauß vom Franziskus-Gymnasium in Mutlangen, wie dieser Begriff im Lernalltag mit Leben gefüllt wird.

„Es ist natürlich nicht damit getan, dass Tablets an die Schüler ausgegeben und elektronische Tafeln angeschafft werden“, sagt Marco Cataldo und berichtet, wie im „jungen und sehr engagierten Kollegium der Schule“ ein Stufenplan ausgearbeitet wurde, über den die Nutzung digitaler Medien in alle Fachbereiche eingeführt und die Kompetenz der Schüler gesteigert wird. Englisch ist demnach das Leitfach, wenn es um Podcasts und weitere Fertigkeiten in Tonbearbeitung geht. Kunst hat den Hut auf beim Thema Bildbearbeitung. Die zweiten Fremdsprachen, Latein oder Französisch, steuern die Lerninhalte, wenn es um den Videoschnitt geht. Andere Fachbereiche greifen die Themen auf - etwa über Anwendungen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich aber auch über Hintergrundwissen im sozialen Bereich. „Da geht es dann um Gruppenprozesse oder Phänomene wie Mobbing“, beschreibt Cataldo. Und sieht hier einen Erziehungsauftrag auch bei der Schule. Denn schließlich gehe es darum, die Jugendlichen fit für die Berufswelt zu machen. Ganz selbstverständlich bewege sich die ganze Schulgemeinschaft mittlerweile in der digitalen, virtuellen Welt, beobachtet Cataldo eine intensive Kommunikation in allen organisatorischen Bereichen.

Was Alexander Richling als Leiter der Mutlanger Hornbergschule nur bestätigt. Digitalisierung sei an den Schulen ein Riesenthema, das neben dem Unterricht auch die Kommunikation zwischen Schülern, Lehrern, Eltern und Verwaltung berühre und auch den Online-Unterricht. „Im Unterricht an der Schule waren wir zum Glück schon vor Corona gut unterwegs“, sagt Richling. Die beiden anderen Bereiche haben während der Lockdowns „einen Riesenschwung bekommen“. All das wolle man erhalten, blickt der Schulleiter in die Zukunft, weshalb die Hornbergschule mittlerweile immer wieder „Digitaltage“ einschiebt, um zu testen, ob Abläufe und Technik funktionieren. Man will quasi im Standby bleiben. „Wir haben beim Online-Unterricht viel dazu gelernt“, analysiert Richling und beobachtet besonders in der Kommunikation Lehrer - Schüler über die digitalen Plattformen eine deutliche Verbesserung. Wünschen würde er sich, dass nicht jede Schule das Rad alleine erfinden müsste, dass es mehr Austausch gibt.

Immerhin schulintern gibt es das schon. Nicht nur im St. Jakobus-Gymnasium und an der Hornbergschule tauschen sich die Kollegen aus über sinnvolle Apps, ihre Erfahrungen und technische Details. Auch das Schulleitungsteam Kristine Lehmann und Bernd Krauß vom Franziskus-Gymnasium in Mutlangen kann davon positiv berichten. Zudem sieht man das Projekt „Lernen 4.0“ als bleibende Aufgabe und Chance für Erziehung und Bildung. Der digitale Begegnungsraum entwickle sich zur idealen Ergänzung der persönlichen Begegnung, wobei für den persönlichen Austausch Messenger auf einer sicheren Bildungsplattform eingesetzt werden.

„Ziel ist, dass alles bleibt, was uns bei der Umsetzung der Bildungskonzepte hilft“, sind die drei Schulleitungen einig.

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