Biker testen den Zustand der Straßen

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Auf der Herlikofer Straße/Schwarzwaldstraße stellen die Biker die ersten Schäden fest und notieren die GPS-Daten, um sie an die zuständige Behörde weiterzugeben.

"Bitumen-Rallye" des Stammtisches Schwäbisch Gmünd der "Biker Union".

Schwäbisch Gmünd. Und dann erwischt es einen selbst. Eigentlich waren die Handvoll Biker am Samstagvormittag losgefahren, um zwischen Gmünd und Abtsgmünd-Bronnen den Zustand der Straßen zu überprüfen. Löcher im Asphalt sollten festgestellt werden. Unebene Strecken notiert und Verwerfungen im Bitumen registriert werden. "Bitumen-Rallye" heißt deshalb die seit drei Jahren stattfindende Aktion des Stammtisches Schwäbisch Gmünd der "Biker Union". Dann aber knallte der Vorsitzende, Bernhard Feifel, mit seiner Triumph auf dem Weg nach Untergröningen in ein schätzungsweise zehn Zentimeter tiefes Schlagloch. Und das hat seinen Namen zurecht, denn der Schlag fuhr derart in seinen Rücken, dass er sich am Abend noch im Krankenhaus untersuchen ließ. Der erste Verdacht auf einen angebrochenen Wirbel bestätigte sich glücklicherweise nicht; aber die Wirbelprellung setzt ihn erst mal außer gefacht.

GPS-Daten werden notiert

Auf dem Schießtalplatz trafen sich die fünf Biker, um die etwa 75 Kilometer lange Strecke abzufahren. Schon nach rund 500 Metern stoppten sie: Auf der Herlikofer Straße/Schwarzwaldstraße stellten sie die ersten Schäden fest. Der Konvoi hält an, ein Motorrad fährt vor und sichert den Gegenverkehr, an weiterer warnt die nachfolgenden Fahrzeug. Bernhard Feifel erstellt das Protokoll, für das einen offiziellen Meldebogen gibt. Notiert werden die GPS-Daten der Schadensstelle, dann, ob es sich um eine Kreis-, Landes- oder Bundesstraße handelt. Und natürlich die Art des Schadens: Rollsplitt, geflickte Fahrbahn, Spurrillen, Schlagloch und noch viele andere Auswahlmöglichkeiten stehen zur Verfügung.

Und obgleich an der Herlikofer Straße an diesem Samstagvormittag reger Verkehr herrscht, sind die Autofahrer geduldig, folgen den Anweisungen der Motorradfahrer, schauen neugierig. Wie auch Karin Lackinger, die aus der Schwarzwaldstraße kommt und feststellt: "Das finde ich ein gute Aktion. Motorradfahrer werden ja oft übersehen." Und schließlich nehme der Zweirad-Verkehr auch ständig zu; egal ob Motorräder, Roller oder E-Bikes.

16 Schadstellen festgestellt

Nur wenige hundert Meter weiter stoppt der Konvoi erneut, nimmt eine weitere Schadenstelle auf. Auch die befindet sich in der Herlikofer Straße. Aber während die ersten Schlaglöcher noch innerhalb des Stadtgebiets lagen, liegen sie nun auf dem Gebiet des Kreises, was bedeutet, für die Reparatur sind zwei unterschiedliche Stellen zuständig: "Das macht es nicht einfacher", sagte Feifel, der betont, man habe als Biker Union einen guten Draht zur zuständigen Stelle im Landratsamt. Dort treffe man auf Wohlwollen und man freue sich, dass Motorradfahrer mit ihrem speziellen Blick helfen, die problematischen Stellen zu finden: "Autofahrer schauen ganz anders auf die Straße."

Die "Bitume-Rallye 2019" habe ein Dutzend Schadstellen zutage gefördert, die alle innerhalb von drei Wochen beseitigt worden wären. Dieses Mal waren es 16: "Aber wir haben nur die schlimmsten aufgenommen", sagt Feifel. Dabei sei die etwa 20 Zentimeter tiefe Fahrbahnabsenkung zwischen Holzhausen in Richtung Untergröningen nicht nur für Motorradfahrer gefährlich: "Man sieht auch Spuren von Autos, die hier aufgesetzt haben."

Eine ganz andere Gefahr sehen die Teilnehmer der "Bitumen-Rallye" an der L1075 zwischen dem Kreisverkehr Brainkofen/Iggingen und Herlikofen. Vom Kreisverkehr kommend macht die Landesstraße eine weitgezogene Linkskurve. Hier ist die Straße mehrfach geflickt, uneben und für Zweiradfahrer bestünde die Gefahr, dass es das Vorderrad wegziehe. Am Rand stehen ein knappes Dutzend Warnschilder aus Blech, die mit rotem Pfeil auf weißen Grund vor der Kurve warnen. Die Schilder könnten eine tödliche Gefahr für Motorradfahrer darstellen, wenn sie aus der Kurve fliegen und gegen scharfkantigen Blechschilder knallen: "Die gibt es auch aus Plastik. Die sind sogar noch billiger", sagte Feifel.

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