Café Natalie - Lebensfreude und mehr

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Groß ist die Freude, nicht nur über die Aktion, sondern auch über die dicken Schecks für die Klosterbergschule. Im Bild (v.l.)Tobias Nagler, Andreas Weiß, Eveline und Martin Maier, Natalie Maier, Tanja Rosenstein, Marion Fugmann und Rektor Michael Balint.
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Warum ein Projekt im Vereinsheim des TC Schechingen eine „Explosion der Solidarität“ ausgelöst und eine riesige Spende für den Förderverein der Klosterbergschule eingebracht hat.

Schechingen/Schwäbisch Gmünd

Zehn, neun, acht ...“, zählt das vielköpfige Publikum rückwärts, während vorne, quasi auf der Bühne, eine schüchtern lächelnde 18-Jährige den überdimensionalen Scheck noch falsch herum hält. „... eins, null“, schallt es ihr entgegen und riesiger Applaus brandet auf: 8946,87 Euro steht auf dem Plakat, das Natalie Maier jetzt ihren begeisterten Fans zeigen darf. Eine stolze Summe, mit der der Förderverein für die Klosterbergschule einen elektrischen Rollstuhl anschaffen kann. Erwirtschaftet bei einem Projekt, das niemanden kalt lässt.

„Café Natalie“ hieß das Zauberwort. Drei Wochen lang hatte diese wundervolle Institution im Vereinsheim des Tennisclubs jeden Dienstag und Mittwoch geöffnet. Selbst gebackene Kuchen gab es dort, Brezeln, kalte und warme Getränke gebacken von der Familie, von Vereinsmitgliedern, von Nachbarn, Bekannten und Freunden. Alle halfen zusammen, um Natalie Maier ihren Traum zu erfüllen. Die Berufsschülerin wollte unbedingt als Bedienung arbeiten, konnte aber coronabedingt nirgends einen Praktikumsplatz ergattern. Also haben die Familie und das Dorf zusammengeholfen - und erlebt „was wir niemals für möglich gehalten hätten“, erzählen Eveline und Martin Maier überwältigt.

Jedes Mal wurden es mehr Besucher im Café Natalie. Zumal auch der legendäre Schechinger Alleinunterhalter Hansi Brenner das Projekt unterstützte. Begeistert erzählt der stellvertretende Schulleiter der Klosterbergschule, Andreas Weiß: „Und mittendrin: Natalie in ihrem Element! Freundlich bedienend, mit alt und jung scherzend, fleißig und ausdauernd.“

Genau das gefiel den Mitschülerinnen und Mitschülern, die jeweils morgens im Klassenverband einen Ausflug ins Café Natalie machten. Es gefiel den Schechinger Seniorinnen und Senioren, die sich endlich wieder auf einen Kaffee verabreden und gemütlich plaudern konnten. Es gefiel aber auch den Firmen aus der Umgebung und den Privatleuten, die die Aktion mit Spenden unterstützten. Dazu kamen all jene, die tatkräftig mitwirkten. Als Küchenteam, in der Organisation und auch als Bedienungen, denn schnell war das Café Natalie so gut besucht, dass eine Einzelne den Service niemals hätte stemmen können.

Getragen von diesem gigantischen Wir-Gefühl ist auch die Übergabefeier an diesem Dienstag auf dem Schulgelände. „Mittendrin im Leben“, singt Heike Bareiß, die Leiterin des bekannten Schulchors Tiramisu, der pandemiebedingt noch keinen Beitrag liefern kann. Natalie Maier, die im Chor mitsingt, darf aber einstimmen und das Publikum erlebt ein bewegendes Duett. Auch später, als die Klosterbergschule mit „We'll rock you“ ein fetziges Dankeschön nach Schechingen sendet, hält es die Tiramisu-Profis nicht auf den Sitzen.

Schulleiter Michael Balint erzählt dann von jener Explosion der Lebensfreude und Solidarität, die auch ein Ausbruch aus der langen coronabedingten Kontaktarmut gewesen sei. Natalie Maier verrät, wie gut das Bedienen ihr gefallen hat. Und ihre Mitschüler berichten von ersten Tenniserfahrungen und dem leckeren Eiscafé. TC-Vorsitzender Tobias Nagler stockt den sagenhaften Erlös des Projekts dann um weitere 500 Euro für den Förderverein der Klosterbergschule auf. Dessen Vorsitzende Tanja Rosenstein ist gerührt: „Ich kann nicht oft genug Danke sagen“, freut sie sich.

Ich kann nicht oft genug Danke sagen.“

Tanja Rosenstein,, Fördervereinsvorsitzende
Natalie beim Bedienen
Fördervereinsvorsitzende Tanja Rosenstein
tiramisu

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