Christi Geburt aus Holz geschnitzt

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Die Krippe von Josef Elser in Durlangen.
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Die Weihnachtszeit bringt außergewöhnliche Handwerksarbeiten ans Tageslicht, wie etwa die Krippe, die der Gmünder Josef Elser vor mehr als 80 Jahren schnitzte und die nun in Durlangen steht.

Durlangen/Spraitbach

Als ein unverzichtbares Element um die Weihnachtszeit zählen die Weihnachtskrippen, die in vielen Haushalten, öffentlichen Plätzen und Kirchen die bildliche Darstellung der Herbergsuche von Maria und Josef und die Geburt Jesu darstellen. Die bildliche Darstellung der Weihnachtsgeschichte durch Krippen sind auf der ganzen Welt verbreitet, es gibt sie aus den unterschiedlichsten Materialien, aus Ton gebrannt, aus Wachs geformt, aus Glas oder auch aus Metall gegossen. Eine der gängigsten Methoden zur Herstellung einer Weihnachtskrippe ist die aus Holz geschnitzte Krippe mit Figuren.

Werkstatt im Mühlbergle

Als Hochburgen der Krippen- und Madonnenschnitzerei sind unter anderem Oberammergau und Südtirol bekannt. Josef Elser war ein Holzschnitzer und Bildhauer, der in seiner Werkstatt im Gmünder Mühlbergle bereits im 19. Jahrhundert Christusfiguren und Madonnen anfertigte. Der Handwerker wurde 1870 geboren. Eines seiner Meisterwerke befindet sich in einem Durlanger Privathaushalt. Die schlicht anmutende Darstellung wurde in den früher 1930er- Jahren hergestellt und von Maria Barth erworben, heute ist der Patensohn Besitzer des Kunstwerks. Der Enkel des Holzschnitzers Elser, Bruno Elser, lebt heute in Spraitbach und kann sich noch gut an seine Besuche in den 1940er Jahren in der Werkstatt seines Großvaters erinnern, als er als kleiner Bub nach der Schule seinen Opa in dessen Schnitzstube am Mühlbergle besuchte und ihn mit Staunen und Bewunderung beim Schnitzen zuschaute. Immerhin sei der Großvater um diese Zeit bereits über 70 Jahre alt gewesen.

Arbeit ohne Klebstoff

Die von Maria Barther erworbene Krippe besticht durch ihre präzise Arbeit und stellt die Weihnachtsgeschichte in aller Schlichtheit dar. Aus Lindenholz geschnitzt, präsentiert sich das heilige Paar mit ihrem neugeborenen Sohn umringt von Schafen, Ochs und Esel. Die, nur wenigen Zentimeter großen Figuren sind mit Sorgfalt und Liebe zum Detail hergestellt worden. Eine lächelnde Maria beugt sich über ihren Sohn, der ihr seine winzigen Hände mit fragil anmutenden Fingern entgegenstreckt, der filigrane Heiligenkranz um beider Häupter wurde aus demselben Holzstück geschnitzt, hier wurde ohne Klebstoff oder andere Holzverbindungen gearbeitet. Jede Falte an den Gewändern sitzt und fällt, als würde hätte der jeweilige Träger sich soeben bewegt. Der Holzschnitzer Josef Elser zeigte sich in dieser Arbeit besonders innovativ. Ein ausgeklügeltes Stecksystem weist jeder Figur ihren Platz zu und bietet „Standsicherheit“ für die fein ausgearbeiteten Tiere und Menschen. Zur Ankunft der Heiligen Drei Könige kann das heilige Paar mit ihrem Christensohn ausgewechselt werden, Maria trägt den Knaben nun im Arm, das Kind wirkt größer und strahlt in Richtung der Angekommenen die sich mit ehrfurchtsvollem Gesichtsausdruck vor Gottes Sohn verneigen.

Das Kunstwerk wurde bereits in etlichen Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert, zeigt sich der Besitzer stolz.

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Die Krippe von Josef Elser in Durlangen.
Die Krippe von Josef Elser in Durlangen.
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Die Krippe von Josef Elser in Durlangen.
Die Krippe von Josef Elser in Durlangen.
Die Krippe von Josef Elser in Durlangen.

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