Das Einhorn ziert jetzt die Landebahn

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Bürgermeisterin Stephanie Eßwein mit den kleinen und großen Straßenmalkünstlern auf der Landebahn.

Rund 40 Mädchen und Jungs beteiligten sich am Sonntag am Kreidemal-Wettbewerb der Gemeinde Mutlangen. Der Ideenvielfalt waren keine Grenzen gesetzt.

Mutlangen

Vor 40 Jahren wäre eine Aktion wie diese ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Damals gehörte sie den amerikanischen Militärflugzeugen, die Landebahn der Mutlanger Heide. Für deutsche Zivilisten war dieses Gebiet tabu. Ein Zaun, an dem damals die US-Streitkräfte patrouillierten, verwehrte jeden Zutritt.

Dass das längst Vergangenheit ist, zeigte sich am Sonntag. Denn ab morgens kamen immer mehr Kinder auf das Areal, suchten sich ihr Plätzchen auf der Landebahn und ließen ihrer Kreativität mit Straßenmalkreide freien Lauf. Zu der Aktion aufgerufen hatte die Gemeinde in ihrem "Aktiv-Sommer-Programm". Und die Idee wurde zum Volltreffer.

Als Bürgermeisterin Stephanie Eßwein am Nachmittag den jungen Künstlerinnen und Künstlern einen Besuch abstattete, konnte sie nur staunen über die vielen Motive. Hier ein Einhorn, da ein Regenbogen oder eine Blume. Dazwischen Fußballverein-Logos oder Raumschiffe. Und aufwendig gemalte Mandala und sogar die Bürgermeisterin sah sich mit bunter Kreide auf den Asphalt gemalt. "Oh, das bin ja ich. Toll getroffen und bunt angezogen", freute sich Stephanie Eßwein hörbar.

Die Kinder, die sie bei ihrem Rundgang begleiteten, amüsierten sich köstlich. Da vergaßen alle sogar, dass es mehr als 30 Grad Hitze hatte – und kein Schatten auf der Landebahn. Dafür ein Pavillon für alle, die mal kurz aus der Sonne wollten.

"Schon morgens um neun Uhr standen die ersten drei Mädels da", erzählt Verwaltungsangestellte Denise Steinle. Den ganzen Tag über war was los beim Malwettbewerb, bei dem es nur Gewinner gab. Denn jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin erhielt von Bürgermeisterin Eßwein einen Eis-Gutschein für den Eiswagen, der jeden Sonntag auf den Lammplatz kommt. Dazu Malkreide und eine Tafel Schokolade. Mit strahlenden Augen nahmen die Kinder die Präsente entgegen und staunten nicht schlecht, als die Drehleiter der Feuerwehr vorfuhr. So konnte noch ein Gesamtbild aller Kunstwerke von oben, aus der Vogelperspektive, gemacht werden.

"Nachdem das Dorffest ausgefallen ist, ist das für uns die Gelegenheit, etwas zu verdienen", beschrieb die Leiterin der Kindertagesstätte "Lämmle", Sybille Grözinger, warum sie beim Malwettbewerb mit einem fünfköpfigen Helferteam Muffins und Getränke anbot.

Sei erwähnt, dass manches gemalte Bild eine Familienaktion war. Denn einige Väter oder Mütter "juckte" es so beim Zugucken, dass sie auch zur Malkreide griffen. "Das ist eine tolle Aktion. Wir wären nächstes Jahr wieder dabei", sagte der Vater der dreijährigen Sophie Wulf. Gemeinsam hatten sie ein Einhorn auf den Asphalt gezaubert. Unter den "Künstlern" fand sich auch Harald Welzel mit Töchtern und Enkelkindern. "Gelungene Aktion", lobte er.

Übrigens findet das "Aktiv-Sommer-Programm" in Mutlangen nicht nur bei Kindern großen Zuspruch. Bei der Gemarkungswanderung für Erwachsene am Samstag unternahm die Bürgermeisterin mit 19 Teilnehmern einen viereinhalb-stündigen Fußmarsch.

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