Das Hallenbad soll unbedingt geöffnet bleiben

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Wie sich Gschwend auf steigende Energiepreise und den möglichen Gasstopp vorbereitet.

Gschwend. Die Gemeinde stehe vor einem Problem, erläuterte Bürgermeister Christoph Hald dem Gemeinderat am Montag. Ein Gasliefervertrag für die gemeindeeigenen Gebäude laufe zum 30. September 2022 aus. Die Gaspreisentwicklung sei nicht vorhersehbar, die Preise lägen derzeit um das Vierfache höher.

Von den Energieversorgern würden aktuell nur Verträge mit „Viertelstunden-Preisen“ angeboten, erklärte der Leiter des Bau- und Liegenschaftsamts, Stefan Blessing, also mit einer Preissicherheit von etwa 15 Minuten. Bisher habe sich der Verbrauchspreis der Gemeinde für rund 1,3 Megawattstunden auf etwa 58 000 Euro belaufen, aktuell kämen die Kosten bei einem Vertrag mit zwölf Monaten Laufzeit auf ungefähr 314 00 Euro, ein Dreijahresvertrag läge bei rund 229 500 Euro.

Für alle gemeindeeigenen ölbeheizten Gebäude habe die Verwaltung bereits ausreichend Öl, wenn auch für den doppelten Preis, eingekauft. Der Flüssiggastank des Heimatmuseums Horlachen sei ebenfalls gefüllt. Um Planungssicherheit bei den Gasheizungen zu erzielen, sei es unumgänglich, den Verbrauch auf eine Megawattstunde zu drosseln.

Problem Hallenbad

Beim Hallenbad sei mit 80 000 Euro Mehrkosten zu rechnen. Eine Schließung möchte Gschwend trotzdem absolut vermeiden. Gschwend sei „Schulschwimmstandort“ und von vielen umliegenden Kommunen als Lehrschwimmbad genutzt. Energieeinsparungen durch Senkung der Wassertemperatur seien laut Blessing durch die bereits vorhandene Wärmerückgewinnung diese nicht zu erwarten.

Sollte die Gasversorgung die Gemeinde dazu zwingen, Heizungen in öffentlichen Gebäuden abzuschalten, werde als erstes die Sauna „vom Netz“ genommen. Danach stehe die Gemeindehalle auf der „Not-Aus“-Liste. Die Verwaltung werde darum kämpfen, Kindergarten- und Schulbetrieb aufrecht zu erhalten.

Klinikdiskussion

Bei einer gemeinsamen Sitzung der Gemeinderäte Schwäbisch Gmünd und Mutlangen mit Bürgermeistern der Umlandkommunen waren sieben essenzielle Punkte erarbeitet worden, nicht nur für die Zukunft der Stauferklinik, sondern für die gesamte Gesundheitsstruktur des Ostalbkreises. Dieser Resolution zur Zukunftskonzeption schließe sich Gschwend „vollumfänglich“ an. Das Stauferklinikum sei erst im zweistelligen Millionenbereich modernisiert worden und habe eine solide Substanz. Die leerstehenden Betten seien zum Teil dem Pflegekräftemangel zuzuschreiben, zudem müsse man ein Krankenhaus nicht wie ein Hotel mit 90-prozentiger Auslastung führen, stellte Hald fest.

Vermögensbewertung

Gemeinsam mit der Leiterin des Gschwender Finanzwesens, Jasmin Jeske, präsentierte Sandy André Baake, Prokurist der Axians Public Consulting, die Eröffnungsbilanz von Gschwend zum 1. Januar 2019, somit die „erste Vermögensbewertung“ der Gemeinde. Dazu wurden 65 000 Datensätze und 24 000 Vermögenspositionen von Gschwend „abgearbeitet“.

Sämtliche Vermögenswerte von Gschwend belaufen sich langfristig auf 35 379 032 Euro. Abzüglich des Abschreibungsvermögens in Höhe von 24 406 772 Euro verbleibt ein Netto-Anlagevermögen von 11 432 265 Euro.

Zum Stichtag verfügte die Gemeinde über liquide Mittel von 2.2 Millionen Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung lag bei rund 250 Euro. ⋌Andrea Rohrbach

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