„Drei G“ gelten auch für die Kandidatenvorstellung

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Auf der großen Fläche des Gögginger Sportplatzes sollen sich am Sonntag die Kandidaten vorstellen. Die Coronaverordnung schreibt trotzdem einen gültigen Test für alle Zuhörer vor .
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Warum sich der negative Coronatest für die Zuhörer am Sonntag nicht vermeiden lässt.

Göggingen. Es geht um die Zukunft der Gemeinde. Am 20. Juni soll in Göggingen der neue Bürgermeister gewählt werden, der Nachfolger von Walter Weber, der dieses Amt immerhin fast 30 Jahre innehat. Vier Bewerber gibt es um den Chefsessel im Rathaus.

Danny Kuhl aus Schwäbisch Gmünd, derzeit Hauptamtsleiter in Bad Überkingen.

Samuel Speitelsbach aus Ravenstein, Diplomingenieur, der sich schon in mehreren Gemeinden beworben hat.

Timo Maier aus Göggingen, der zurzeit als Servicetechniker weltweit im Einsatz ist.

Hans Majer aus Schwäbisch Gmünd, der als Glasermeister selbstständig ist.

Zugleich prägt Corona das Zusammenleben überall im Land nachhaltig. Die dritte Welle flaut gerade ab, die vier Aspiranten müssen unter erschwerten Bedingungen Wahlkampf machen, haben wenige Möglichkeiten, sich ihren Wählern vorzustellen. „Das ist der Hauptgrund, warum wir im Gemeindewahlausschuss der Überzeugung waren, dass es einen Live-Veranstaltung geben muss“, sagt Gemeinderat Marco Ziegler. Und man habe gehofft, dass es weitere Erleichterungen gibt, wenn der positive Trend bei den Inzidenzen weiter anhält - was ja durchaus eingetreten ist.

Trotzdem ist eine Kandidatenvorstellung so, wie sie sich alle gewünscht hätten und wie sie im vergangenen September auf dem Marktplatz in Schechingen ablief, nicht möglich. Die derzeit vom Land vorgegebenen, geltenden Vorschriften beharren, was die Besucher angeht, auf „drei G“ - das steht für vollständig Geimpfte, Genesene oder Getestete. Das sei, sagt Ziegler, in der öffentlichen Debatte und den Vorschriften noch nicht das zentrale Thema gewesen, als der Gemeindewahlausschuss getagt hat. Und es könne sich für manchen Besucher auch als Hindernis herausstellen - „aber machen Sie mal das Richtige in diesen Zeiten, in denen schon Tage später alles wieder anders sein kann“, sagt er. Zum Glück gebe es Möglichkeiten, sich in der näheren Umgebung testen zu lassen, sagt Ziegler und verweist auf die Zentren in Leinzell und in Eschach. Auch könnten etliche Senioren in der Gemeinde schon zu den ersten der drei G, zu den vollständig Geimpften zählen. Dass sich für diese Älteren eine Möglichkeit finde, dass sie der Veranstaltung folgen können - da setzt Marco Ziegler auf die Kreativität und das Engagement der Gögginger. „Auf die kann man sich verlassen“, ist er überzeugt.

Über eine Möglichkeit, Schnelltests vor der Veranstaltung zu organisieren, habe man durchaus nachgedacht, ergänzt Bürgermeister Walter Weber. Doch sei die sehr engagierte örtliche DRK-Gruppe leider zu klein, um so eine Großveranstaltung stemmen zu können.

Bleibt schließlich die Frage an das Landratsamt als Genehmigungsbehörde: Ist dieser Aufwand gerechtfertigt angesichts der Tatsache, dass es in der Gemeinde aktuell nur einen bekannten Coronafall gibt?

„Da haben wir leider keinerlei Spielraum“, antwortet Katharina Oswald, die persönliche Referentin des im Urlaub befindlichen Landrats. Aufgrund der herausragenden gesellschaftlichen Bedeutung der Veranstaltung sei für Göggingen zwar die Ausnahme möglich, dass die Zahl der Teilnehmenden an dieser Veranstaltung nicht begrenzt wird. Doch sei damit zwingend verbunden, dass ein negativer Coronatest, eine Impfung oder eine Genesung nachgewiesen werden kann.“ Anke Schwörer-Haag

Die Kandidatenvorstellung ist am Sonntag, 6. Juni, um 10 Uhr auf dem Sportplatz in Göggingen. Wenn es vormittags regnet, kann sie auf nachmittags verschoben werden. Bei ganz schlechtem Wetter ist sie am 13. Juni. Entschieden wird das am heutigen Samstag.

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