Bis zum Erfolg tropft mancher Schweiß

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Stefan Graw übergab das Amt des Maibaumkoordinators an Thomas Winter (v.l).

Wieviel Arbeit hinter den regionalen Maibäumen steht und welch organisatorische Hürden die Gruppen überwinden müssen, um die schöne Maibaumtradition zu wahren.

Durlangen-Zimmerbach

Die Gesamtgemeinde Durlangen kann sich jedes Jahr über drei Maibäume freuen – einer steht in Durlangen, einer in Tanau und einer in Zimmerbach. Die Jungs der Zimmerbacher Maibaumgruppe lassen sich diesmal in die Karten gucken: Die Arbeit beginnt im April. Eine Abordnung mit Maibaumkoordinator Thomas Winter und Jörg Kurz, Landwirt mit der Lizenz, Bäume zu fällen, an der Spitze, sucht den Durlanger Gemeindewald nach einer passenden Fichte ab. "Fichten sind vom Gewicht her geringfügig leichter", erläutert Thomas Winter. Natürlich soll der Baum gerade gewachsen sein, eine stattliche Höhe haben und einen nicht zu breiten Stammdurchmesser – "sonst passt er nicht in unsere Grube, die speziell für den Maibaum ausgegraben und ausbetoniert wurde", verrät Winter.

Weiter gilt es zu beachten, dass der Baum bereits im Saft steht, "dann fällt es leichter, die Rinde abzurebbeln". Ist das passende Objekt gefunden, schreitet Baumfäller Kurz zur Tat und macht die Fichte um. Noch an Ort und Stelle wird die Rinde entfernt. Dann wird der Baum unter großem Hallo an einen geheimen Ort gebracht. "Es soll schon Vorfälle gegeben haben, dass irgendwelche Lümmel einen gerebbelten Baum zersägt haben", begründet Winter das mit vielsagendem Grinsen.

Um dem Stamm einheitlich zu glätten und letzte Rindenfetzen zu entfernen, rücken die Jungs von der Maibaumgruppe dem Baum mit der Dreckfräse zu Leibe. Dann hat der Stamm Zeit zum Trocknen und verliert somit nochmals an Gewicht. Bei der Lagerung sei es absolut wichtig darauf zu achten, dass der Baum exakt waagrecht liegt, um einen geraden Stamm zu erhalten. Der Baum trocknet vor sich hin und Ende April geht es dann an die aufwendige Feinarbeit. Ein Gipfel muss gesucht, die Girlande und Kränze gebunden werden.

Traditionell treffen sich die Damen aus Zimmerbach, dank moderner Kommunikationstechnik miteinander verbunden, zum "Kranzen" bei Familie Kurz auf dem Hof. In mehreren Gruppen wird gearbeitet, einige sorgen für die zurechtgestutzten Tannenwedelbüschel, andere arbeiten an den dichten und harzig duftendenden Kränzen. Die Girlande mit ihren 20 Metern bleibt in der Regel einer Helferin überlassen. Kränze und Girlande sind fertig, der Baum wird am Tag vor dem ersten Mai an seinen angestammten Platz gebracht.

Dort wird der Gipfel mit den bunten Schleifen versehen. Mit Muskelkraft und vielen guten Ratschlägen stemmen alle Zimmerbacher, die Zeit und Lust zum Helfen haben, den Maibaum mit hölzernen Schwalben in die Höhe. Hauruck – mehr rechts, mehr links – lauten die Anweisungen, die vom Platz am Feuersee schallen. Wenn der Baum endlich festverankert in seiner Grube steht, wird sein Fuß noch mit buntem Blumenschmuck verziert.

Der 1. Mai mit dem traditionellen Platzkonzert des Zimmerbacher Musikvereins am Maibaum kann kommen. Der 25-jährige Maibaumkoordinator Winter hat das traditionsreiche Amt im vergangenen Jahr von Stefan Graw übernommen, für den jungen Ingenieur steht fest, "Traditionen sind wichtig und sollten hochgehalten werden".

Anmeldungen zur Maibaumprämierung 2018 bitte bis 26. April per Email an redaktion@tagespost.de schicken.

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