Dieses Konzept ist aufgegangen

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Endlich wieder eine Einkaufsgelegenheit direkt am Ort.
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Warum in der Gemeinde Durlangen mit dem Dorfladen ein Erfolgsmodell gelungen ist. Wie sich das genossenschaftliche Projekt entwickelt hat. Und was sich die Macher heute wünschen.

Durlangen

Er ist fast einmalig, dieser Erfolg: Im Juli 2017, fast auf den Tag genau vor fünf Jahren, ist der Dorfladen gestartet. Jahre- gefühlt jahrzehntelang hatten die Durlanger für das genossenschaftliche Projekt gekämpft. Unterschriften gesammelt, Mitmacher gesucht, Genossen geworben. Dann, am 22. Juli, war die Eröffnung. Endlich wieder eine Einkaufsgelegenheit direkt am Ort und - mindestens genau so wichtig - endlich wieder einen Treffpunkt. Ein Konzept, das zu 100 Prozent aufgegangen ist.

Schon im ersten Jahr wurden pro Einkaufstag im Schnitt 260 Kunden gezählt, knapp eineinhalb Jahre später ehrten die Macher die 100 000 Besucherin, zwei Jahre, drei Monate und zwei Wochen nach der Eröffnung betrat Kundin Nummer 150 000 den beliebten Laden an der Ecke.

Hier wurde eingekauft und geplaudert, Kaffee getrunken und gefeiert. Und im Team unter der fachkundigen Führung von Steffi Ladu-Schwarz im direkten Verkauf und Moni Weller in der Organisation und Buchhaltung im Hintergrund wirklich Großartiges geleistet. Weshalb es dem Durlanger Dorfladen nicht so erging, wie manch anderem Projekt, das mit großem Elan gestartet ist und dann leise begraben werden musste.

Die Durlanger bauten ihr Engagement dagegen aus. Immer häufiger war das Dorfladenteam auch im Catering gefragt. Ohne, dass groß Werbung nötig gewesen wäre, sprach sich herum, mit welcher Kompetenz und wie viel Spaß an der Sache hier gearbeitet wurde. Die einen in der Küche, die anderen beim Präsentieren. „Da wussten wir schnell, wo jeder seine Stärken hatte“, erinnert sich Steffi Ladu-Schwarz gerne an diese schöne Zeit. Auch an die Verkostungen im Laden oder das Aussuchen der Ware, wofür es ein Extrateam gegeben hat. Die Gespräche mit den Lieferanten, deren Präsentationen - das sei für alle eine spannende Erfahrung gewesen, die großen Spaß gemacht habe. Ebenso die Besuche von Kindergartengruppen und Schulklassen aus dem Ort. Die Kinder, die zum ersten Mal ohne ihre Eltern etwas aussuchen und an der Kasse bezahlen durften. Ein Lehrstoff, der in Durlangen ohne den Dorfladen gar nicht möglich gewesen wäre.

Auch das macht all jene stolz, die für die hohen Hürden des Genossenschaftsverbands vor der Gründung des Dorfladens die verlangten Businesspläne ausgearbeitet und Schulungen absolviert haben. Die Personal- und Putzpläne erstellt, die Bücher für den Steuerberater und das Finanzamt geführt oder alles im Schuss gehalten haben, damit der Wirtschaftskontrolldienst bei seinen Besuchen nichts zu beanstanden hat.

Und dann ist da noch, wie überall in Beruf und Ehrenamt, die Pandemie zu verkraften. Aus Vorsicht seien viele nicht mehr in den Dorfladen gekommen, erzählt Steffi Ladu-Schwarz davon, dass schon früh ein Heimlieferservice für die Kundschaft auf die Beine gestellt wurde. Aber alles, was das Team zusammengehalten hat, musste man während der Coronamonate streichen. Trotzdem hat der Dorfladen überlebt, freut sich Steffi Ladu-Schwarz, die das Team aus beruflichen Gründen verlassen hat, dem Projekt aber weiter eng verbunden ist. Weshalb sie mit dem Vorstandsteam Manfred Ruis, Dieter Gerstlauer, Martin Lorenz, Joachim Domes und Horst Jürgen Schneider dafür wirbt, dass sich auch jüngere Ehrenamtliche melden und im Dorfladen mit anpacken.

Endlich wieder eine Einkaufsgelegenheit direkt am Ort.
Endlich wieder eine Einkaufsgelegenheit direkt am Ort.

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