Ein „Wiesenpflaster“ - richtig lecker

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Selbst hergestellt Wundsalbe.
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: Warum der Spitzwegerich viel mehr Beachtung verdient und was sich daraus für die Gesundheit und für den Gaumen gewinnen lässt.

Durlangen

Es ist immer wieder erstaunlich, was auf Wiesen oder an Wegrändern von vielen unbeachtet wächst und doch so lecker und gesund ist. Bärbel Kenner, Kräuterexpertin aus Durlangen, hat diesmal den Spitzwegerich ins Visier genommen. Für jedermann leicht zu finden und voller wertvoller Inhaltsstoffe.

Der Spitzwegerich hat schmale, stiellose lanzenartige Blätter mit sieben Rippen. Wenn er nicht abgemäht wird, kann er bis zu 50 Zentimeter hoch werden und verfügt über sehr tiefe Wurzeln.

Gepresster Spitzwegerich ist ein natürliches Heilmittel bei Insektenstichen, Verbrennungen, Schwellungen, Verstauchungen - aber auch auf kleineren Wunden und Schnittverletzungen, verrät Bärbel Kenner. „Vermutlich haben die Leute ihn früher deshalb Wiesenpflaster oder Wundwegerich genannt.“

Die Kräuterexpertin erklärt deshalb auch, wie man aus Spitzwegerich eine Salbe herstellen kann: Zunächst wird ein Ölauszug gemacht. Dazu sammelt man frische Spitzwegerichblätter, die nicht mehr feucht vom Tau oder Regen sind. Diese schneidet man klein und gibt sie in ein Schraubenglas, das mit Olivenöl aufgefüllt wird - so, dass die Blätter bedeckt sind. Das Glas wird verschlossen und bei Zimmertemperatur zwei Wochen lang jeden Tag geschüttelt. Dann wird das Öl durch ein Sieb gegossen. Anschließend werden pro 100 Milliliter Ölauszug zwölf Gramm Bienenwachs dazugegeben und beides gemeinsam im Wasserbad erhitzt, bis das Wachs schmilzt. Ölauszug und Wachs werden mit einem Holzlöffel oder Stäbchen verrührt. „Um die Konsistenz zu testen, entnimmt man eine Probe und lässt sie auf einem Teller kalt werden. Ist die Salbe zu fest, mengt man noch Ölauszug bei. Ist sie zu weich, noch etwas Bienenwachs“, beschreibt Bärbel Kenner. Abschließend wird die Salbe in desinfizierte Gläser oder Dosen gefüllt und kühl aufbewahrt.

Auch innerlich wirkt der Spitzwegerich - zum Beispiel als Hustensirup. Außerdem soll er die körpereigenen Abwehrkräfte stärken.

Und er schmeckt - „sehr gut sogar in Suppen, Smoothies, Salaten, zu Gemüse oder als Gewürz“, sagt Bärbel Kenner. Die Blüten können frisch gegessen oder in Öl eingelegt zum Grillgemüse. Sie schmecken nussig. Jungen Blüten können als Champignonersatz dienen. Die Samen kann man in der Pfanne leicht anrösten, übers Gemüse streuen oder in den Brotteig geben.

Info: Bärbel Kenner ist ausgebildete Kräuterpädagogin. Sie gibt Kurse und macht Führungen.

  • Spitzwegerichsalat und Spitzwegerichknödel
  • Salat-Zutaten: 1 kleiner Kopfsalat, 100 g Spitzwegerichblätter, 100 g Brennnesselblätter, eine Hand voll Giersch, 1 Zwiebel, ½ Bund Radieschen, 1 Karotte, 2 gekochte Eier, Essig, Öl, Senf, Salz, Pfeffer.
  • Salat-Zubereitung: Den Spitzwegerich und die Brennnesselblätter kurz in kochendes Wasser geben, abgießen und abkühlen lassen. Alle Kräuter klein schneiden, Kopfsalat zerkleinern und waschen, gut abtropfen lassen, Zwiebel fein würfeln, Radieschen in Scheiben schneiden, Karotte klein würfeln. Die Eier in Scheiben schneiden. Essig, Öl und die Gewürze mischen und mit dem Salt und den Kräutern vermengen. Zum Schluss mit den Eiern garnieren.
  • Knödel-Zutaten: 500 g altgebackene Weckwürfel, 3 Eier, 500 ml Milch, 150 g Spitzwegerich (oder halb Spitzwegerich, halb Giersch), 1 Zwiebel, Kräutersalz, Pfeffer, etwas geriebener Käse.
  • Knödel-Zubereitung: Die Weckwürfel in eine Schüssel geben, die lauwarme Milch mit Eiern und Gewürzen verquirlen und über die Weckwürfel gießen. Die Zwiebel würfeln, Spitzwegerich (und eventuell etwas Giersch) klein schneiden, dazugeben und alles gut verkneten. Die Masse eine halbe Stunde durchziehen lassen. Dann den Teig dann nochmals gut durchkneten und zu Knödeln formen. In einem Topf Salzwasser zum Kochen bringen, die Knödel ins Wasser geben und etwa 20 Minuten ziehen lassen, aber nicht mehr kochen. Vor dem Servieren über die fertigen Klöße etwas geriebenen Käse streuen. Zu den Knödeln passt auch sehr gut eine Pilzrahmsoße mit Spitzwegerichblüten.
Spitzwegerich schmeckt auch als Salat.
Appetittlich anzusehen und richtig lecker: Die Spitzwegerischknödel.

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