Gepuzzelt für die Pusteblume-Kinder

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Die Mädchen und Jungs freuen sich über ihr neues Waldhaus. Kindergartenleiterin Astrid Fliege (links) und Erzieherin Anette Vetter (rechts) von der Durlanger Kita Pusteblume sind dankbar für das praktische Holzgebäude.

Die Durlanger Kindertagesstätte ist um eine Attraktion reicher. Ein ehrenamtlich erstelltes Waldhaus aus naturbelassenem Holz bietet den Naturprojektgruppen Platz zum Umziehen und Vespern.

Durlangen

Für mich ist das wie ein Bonbon zum Start", freut sich Astrid Fliege. Seit Juni ist sie die neue Leiterin der Kindertagesstätte Pusteblume in Durlangen. Als Umweltpädagogin ist sie nicht nur davon begeistert, dass es direkt neben ihrer Wirkungsstätte einen Wald gibt, den sie und ihre Kolleginnen mit den Kindern besuchen können. Nein, jetzt darf sie sich es auch noch über ein Waldhaus freuen. Die Kindergartenkinder erklären gerne, wofür sie es nutzen. "Also, wir vespern drin", überlegt Joshua. "Und wir können an der Garderobe unsere Kleider hinhängen", nickt Hanna eifrig. "Außerdem können wir uns dort mal aufhalten, wenn es regnet", zählt Diana weiter auf. "Und wir können unsere Schätze aus dem Wald dort trocken hinlegen", ergänzt Lara, während sie auf einen Korb voller Kastanien deutet.

An diesem Morgen sitzen alle Kinder im Kreis auf dem Waldboden und beginnen jetzt zu singen: "Die Kastanie rollt, rollt, rollt …". Mittendrin Leiterin Astrid Fliege und Erzieherin Anette Vetter. Zusammen mit ihrem Ehemann Jörg Vetter und mit Christian Klein hat sie das Waldhaus, wie es die Kinder bislang nennen, in der Freizeit aufgebaut. Genau genommen handelt es sich um eine finnische Waldcota, die in Skandinavien gern als Sauna aufgebaut wird. Doch für die Kindertagesstätte Pusteblume ist sie ein Rückzugsort für die jeweilige Projektgruppe, die ihren Waldtag hat.

Jetzt, zu Zeiten von Corona, können die Gruppen nicht gemischt werden. So gibt es in wochenweisen Intervallen eine Projektgruppe "Wald", für die sich die Kinder bei "Fred" anmelden. Wer Fred ist? Ein Plüschtier. Das immer im Wald dabei ist. Ebenso wie der Leiterwagen, den die Kinder gemeinsam ziehen. Darin befindet sich ein Kanister mit Wasser zum Händewaschen. "Und wir haben eine ganz besondere Seife. Die tut dem Wald nicht weh", erklärt Anton mit ernstem Gesichtsausdruck. Astrid Fliege nickt: "Dies ist eine spezielle Waldseife. Biologisch abbaubar."

Noch nennen die Kinder das Gebäude aus Holz schlicht Waldhaus. "Aber wir möchten ihm einen eigenen Namen geben", kündigt Anette Vetter für die Zukunft an. Und es soll auch eine richtige Einweihungsfeier geben. "Aber im Moment ist das durch die Corona-Pandemie leider noch nicht möglich", bedauert die Leiterin. "Aber das wird nachgeholt", verspricht sie.

Wir haben auch eine ganz besondere Seife.

Anton

Damit das Waldhaus den Kindern auch im Winter Unterschlupf bieten kann, wird noch eine Heizung installiert. In welcher Form ist allerdings noch nicht entschieden. Auf jeden Fall soll es im Holzpavillon, der einen Durchmesser hat von etwa 4,5 Metern, zu jeder Jahreszeit kuschlig warm werden können.

Bürgermeister Dieter Gerstlauer, der gemeinsam mit den Gemeinderäten den Kauf des Waldpavillons ermöglichte, weil man dafür rund 20 000 Euro im Etat einstellte, zeigt sich begeistert über die Anschaffung. "Herrlich, wie die Kinder es gleich eingenommen haben. Und auch Dekoration findet sich mittlerweile daran", schwärmt er. Was stimmt, denn vom Dach baumeln selbst gemachte Naturmobile herab. Mal mit Zapfen, mal mit Kastanien oder Holzstückchen. "Die haben wir alle selbst gebastelt", bekräftig Diana hörbar stolz.

Das Waldhaus wurde wurde von den drei Baumeistern an einem Wochenende aufgebaut. "Es wurde in unzähligen Einzelteilen geliefert. Das wirkte auf mich wie Tetris", erzählt Astrid Fliege amüsiert. Um so begeisterter ist sie, dass alles zusammengepasst hat und jetzt das Haus steht. "Da waren Profis am Werk", lobt sie. Stimmt. Und ehrenamtlich unterwegs waren sie auch noch. Für die Kinder. Und die lieben jetzt schon ihr Waldhaus. Obwohl es erst wenige Tage genutzt wird.

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