Landratsamt verbietet Demo – Autokorso genehmigt

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Autokorso statt Demo in weißen Overalls.

Behörde erkennt Verstöße gegen Versammlungsgesetz und sieht Sicherheit und Ordnung gefährdet.

Durlangen. In weiße Overalls gewandete Menschen, versehen mit roten Armbinden und Fackeln, das kennt man aus Alfdorf und Welzheim. Waren in Alfdorf 30 Personen im Gleichmarsch unterwegs, konnten in Welzheim noch 18 Teilnehmer der Demonstration, die ein "sofortiges Ende des Lockdowns" forderte, gezählt werden. Und viele Gegendemonstranten.

Für Donnerstag war nun eine Protestaktion in Durlangen vom Gastronomen und Landtagskandidaten für "Wir2020", Stefan Schmidt, beim Ostalbkreis angemeldet. Dieser Aufmarsch wurde seitens des Landratsamtes untersagt mit Bezug auf das Versammlungsgesetz, das besagt, "es ist verboten, öffentlich oder in einer Versammlung Uniformen, Uniformteile oder gleichartige Kleidungsstücke als Ausdruck einer gemeinsamen politischen Gesinnung zu tragen".

Schmidt erklärte dieser Zeitung dann, er habe Widerspruch gegen das Verbot eingelegt mit der Begründung, dieses Format werde in anderen Kreisen in dieser Form "ohne Probleme" genehmigt". Ob er an Durlangen als Demonstrationsort festhält? "Warten wir es mal ab", antwortet der Gastronom auf diese Frage. Während relativ zeitgleich bekannt wird, dass er aus Protest gegen die Ablehnung seiner Demonstration einen Autokorso angemeldet hat. Diesen genehmigt das Landratsamt unter Auflagen.

"Dass Schmidt und seine Anhänger gegen das Verbot ins Feld ziehen, damit musste man rechnen", erklärt der Durlanger Bürgermeister Dieter Gerstlauer. Welche Nachricht von den Demonstranten allerdings mit den Autos transportiert werden soll, wird dem Schultes bei der Veranstaltung nicht ersichtlich. "Schlussendlich machen sie jetzt nur Lärm", sagt er. Trotzdem ist Dieter Gerstlauer doch ein Stück weit froh darüber, dass "der zombiehafte Aufzug nicht durch den Ort geht". Den angemeldeten Autokorso wertet er als "Trotzreaktion der Querdenker".

Zehn Fahrzeuge bewegten sich dann gegen 16 Uhr vom Parkplatz der Gemeindehalle auf den Rundparcours Durlangen, Tanau, Spraitbach und zurück. "Der Polizei wurden keine Auffälligkeiten gemeldet", gibt Sprecher Holger Bienert auf Anfrage die Bilanz der Ordnungshüter bekannt. Das Interesse der Durlanger Bevölkerung kann als "verhalten" beschrieben werden, knapp eine Handvoll Zuschauer sind erschienen, darunter Steffen Suer, der mit einem Plakat für "Klardenken statt Querdenken" wirbt.

Autokorso statt Demo in weißen Overalls.

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