Rätselhaftes Fischsterben

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Bürgermeister Markus Bareis kann sich keinen Reim auf die Ursache des Fischsterbens machen.

Fachämter und Landratsamt haben noch keine Erkenntnisse dazu, warum seit November massenhaft Tiere im Rehnenmühlenstausee verendet sind.

Täferrot/Durlangen

Die Situation spitzt sich zu, meint der Täferroter Bürgermeister Markus Bareis zu dem massiven Fischsterben im Rehnenmühlenstausee. Am Wochenende sei bekannt geworden, dass tote Fische auf der Wasseroberfläche treiben. Jetzt, mit zunehmender Eisschmelze, kommen immer mehr verendete Tiere an die Wasseroberfläche.

Obwohl der Stausee je hälftig zu Täferrot und zu Durlangen gehört, liegt die Zuständigkeit nicht bei den beiden Gemeinden, trotzdem hat Bürgermeister Bareis "ein berechtigtes Interesse am Zustand des Sees". Es handle sich um ein Naherholungsgebiet, eine Störung der biologischen Verhältnisse des Wassers wäre fatal. Der Durlanger Bürgermeister Dieter Gerstlauer ist ebenfalls erschüttert, auch er kann bisher keine Angaben zur Ursache machen. "Wir wissen noch nichts", zur Ursachenerforschung seien nun die Behörden am Zug.

"Unser Veterinäramt war vor Ort, um Fische sicherzustellen und diese zur Untersuchung an das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt zu geben", sagt Susanne Dietterle von der Pressestelle des Landratsamtes Ostalb. Mit Ergebnissen sei in den nächsten Tagen zu rechnen.

Bereits im November gab es ein massenhaftes Fischsterben im Stausee. Peter Rohrbach, kommissarischer Geschäftsführer des Bezirksfischereivereins Lein-Rems, der den See bewirtschaftet, berichtet, damals seien mehrere Zentner tote Fische entdeckt und aus dem Wasser geholt worden.

Angelverbot und übler Geruch

Tonnenweise Sondermüll würde auf uns zukommen.

Gerd Zidorn, Gewässerwart

Daraufhin wurde ein "Angelverbot" verhängt. Seitdem sei immer wieder über "einen üblen Geruch nach totem Fisch aus dem Rückhaltebecken" berichtet worden. Das Ausmaß des aktuellen Fischsterbens sei noch nicht absehbar. "Wenn das Eis komplett abgetaut ist, werden wir noch mehr verendete Tiere finden", vermutet er.

Was jetzt auf den Verein zukommt, sei ein "Totalausfall", sagt Rohrbach. Er kann sich nicht vorstellen, dass irgendwelche Fische das, "was das Sterben verursacht hat", überleben. Der Verein hat bereits ein Angebot zur Schlammuntersuchung auf "diverse Holzschutzmittel- und Stoffe wie Tebuconazol und Propiconazol", eingeholt.

Gewässerwart Gerd Zidorn kann bisher nur berichten, die Tiere seien an einer unbekannten Ursache verendet. Weil zum Fischsterben im November die Ermittlungen laufen, erhalte der Verein derzeit keine Informationen über den Stand der Dinge. Als schlimmsten Fall stellt sich der Wasserwart eine komplette Verseuchung von Wasser und Schlamm vor, dann müsste der See komplett abgelassen und ausgebaggert werden. "Tonnenweise Sondermüll würde auf uns zukommen", meint Zidorn und hofft, dass es nicht so weit kommt. "In "zwei bis drei Wochen wissen wir mehr."

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